Kompany bleibt cool, Alonso genervt

von Redaktion

Taktik, Stress, Oktoberfest: Das Duell Bayern gegen Bayer wird auch für die Trainer zum Härtetest

Bayer-Trainer Xabi Alonso (42). © Wunderl/Imago

Bayern-Trainer Vincent Kompany (38). © Memmler/IMAGO

München – Das Spitzenspiel gegen Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr/Sky) wird für den FC Bayern der erste Härtetest der Saison. Doch auch Trainer Vincent Kompany muss erstmals beweisen, dass er als Trainer gegen Topteams bestehen kann – schließlich traf er in seinen sechs Pflichtspielen als FCB-Coach bislang eher auf kleinere Gegner, die den Rekordmeister und seine im letzten Jahr teils wackelige Abwehr kaum forderten.

Kompany selbst geht selbstbewusst in die Partie – und bleibt trotz des starken Gegners gelassen. „Es ist klar, dass es ein wichtiges Spiel gegen die beste Mannschaft der letzten zwölf Monate ist. Aber wir freuen uns auf das Spiel“, sagte der Trainer auf der Pressekonferenz am Freitag. „Bayern ist immer Favorit. Wir spielen zu Hause, wir wollen gewinnen.“

Dabei setzt Kompany bewusst auf die eigenen Stärken und will sein Team nicht an den Gegner anpassen. „Unser Mindset muss immer sein, dominant sein zu wollen. Wir gehen immer von unserer eigenen Stärke aus.“

Eine besondere Motivation, seinen Trainerkollegen Xabi Alonso zu schlagen, der vor ihm als Kandidat in München galt, verspürt er dabei nicht. „In diesem Geschäft ist es normal, dass es Kandidaten gibt. Es sieht immer so aus, als hätte jeder ein Riesenego“, erklärte Kompany, dem solche Vorgänge „völlig egal“ seien. „Ich bin hier für die Mannschaft und es macht mir Spaß. Ich arbeite sehr hart, alles andere ist mir unwichtig.“

Seine Motivation rühre vor allem daher, dass die Werkself letztes Jahr Meister war –und er sie mit dem Rekordmeister nun wieder vom Thron stoßen will. Alonso forderte derweil auf der Leverkusener Pressekonferenz eine Topleistung seiner Mannschaft: „Wir haben ein große Herausforderung vor uns, wir brauchen große Konzentration für 95 Minuten.“ Vor dem wichtigen Spiel machte sich jedoch selbst beim sonst so gelassenen Bayer-Coach dessen Anspannung bemerkbar. Auf die Frage, ob er im Falle eines Sieges aufs Oktoberfest gehen würde, reagierte Alonso gereizt: „Was denkst du!? Wir spielen am Dienstag gegen Milan. Wir haben keine Zeit für sowas.“

Wenn der FC Bayern auf Leverkusen trifft, duellieren sich die zwei besten deutschen Mannschaften im Kampf um die Meisterschaft. „Die ganze Welt schaut nach München – und zwar nicht wegen des Oktoberfests“, freut sich auch Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler und TV-Experte erklärte bei einem Pressetermin von Sky am Freitag, was er sich vom Duell erhofft: „Ich würde sofort ein 4:4 nehmen, damit die Spannung in der Liga erhalten bleibt.“

Bayern psychologisch im Vorteil?

Bayern ist psychologisch im Vorteil, sagt Matthäus und begründet das so: „Bei den Leverkusener Spielern ist angekommen, dass sie etwas verlieren können. Letztes Jahr waren sie das Überraschungsteam, jetzt gehen sie als Gejagte in die Saison. Außerdem wissen sie, dass sie so eine Saison nicht nochmal spielen können. Der Druck ist hoch: Wenn Bayern gewinnt, haben sie sechs Punkte Vorsprung. Dann werden sie noch stärker, während Leverkusen vielleicht ins Straucheln kommen. Bayern ist der Favorit.“
VT

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