Schwer in Bedrängnis: Filip Varejcka gegen die Düsseldorfer EG. © Red Bull/City-Press
München – Der EHC Red Bull München hat ein schönes neues Eigenheim, den SAP Garden, doch die Eingewöhnung fällt schwer. Am Freitagabend vor 9223 Gästen unterlag der stolze Immobilienbesitzer der Düsseldorfer EG nach Penaltyschießen 1:2. Markus Eisenschmid hatte den EHC mit dem 1:1 (53.) noch in die Verlängerung gerettet – in der München schwindlig gespielt wurde und von Tormann Niederberger gerettet wurde.
Kapitän Patrick Hager, Veit Oswald, Nico Krämmer, dazu nun auch Verteidiger Emil Johnaanson – sie standen auf der Ausfallliste des EHC München, der sich in der Personalnot in seiner Akademie in Österreich umschaute, wem man ein vorübergehendes Upgrade in die DEL-Mannschaft verpassen könnte. Man fand Nick Maul (18), gebürtiger Deggendorfer, für den Sturm, und Paul Vinzens (19), in Pegnitz zur Welt gekommen, für die Abwehr. Normal spielen beide in der Alps Hockey League, einer multinationalen zweiten Liga. Maul und Vinzens gehören überdies der aktuellen deutschen U20-Nationalmannschaft an. Sie werden wohl auch dabei sein, wenn der EHC am Sonntag (14 Uhr) bei seinem vorjährigen Playoff-Bezwinger Fischtown Pinguins Bremerhaven anzutreten hat.
Interessante Beziehungsgeflechte bestanden zwischen den Münchnern und einigen Akteuren des Gegners. Der neue DEG-Trainer Steve Reinprecht war bis 2018 bei den Nürnberg Ice Tigers der kongeniale Mitspieler des heutigen Münchners Yasin Ehliz – und der Düsseldorfer Torhüter Henrik Haukeland hat eine EHC-Vergangenheit. 2022 war der Norweger der Nummer eins in München, musste aber wechseln, weil mit Mathias Niederberger der deutsche Nationalkeeper kam. Haukeland ist einer, der an guten Tagen Spiele alleine entscheiden kann – am Freitagabend in München war er gefordert, weil sein Ex-Team natürlich mehr Offensivaktionen hatte.
„Wir spielen von hinten gut raus und treten als Einheit auf“, meinte der Düsseldorfer Bennet Roßmy dazu, dass die in der Tabelle abgeschlagene DEG aber mithielt. Sie stellte die Münchner vor Rätsel. „Wir sind bei denen in der Zone drin, aber es läuft nicht gut“, sagte EHC-Stürmer Filip Varejcka nach dem zweiten Drittel und einem 0:1-Rückstand. Tyler Angle hatte bei einem Konter den Puck überraschend ins kurze Eck geschlenzt (25.). „Mit 1:0 vorne“, so Varejcka, „hat die DEG dann keinen Stress mehr.“ Gut, hatte sie doch noch.
GÜNTER KLEIN