Einer der größten englischen Sportler, die es je gab: Sir Chris Hoy. © IMAGO
London – Sir Chris Hoy, einer der erfolgreichsten britischen Radsportler aller Zeiten, hat in seiner Karriere sechs olympische Goldmedaillen und elf Weltmeisterschaftstitel gewonnen. 2009 wurde er für seine Verdienste um den Sport zum Ritter geschlagen. Doch nun steht er vor seiner wohl größten Herausforderung: einer unheilbaren Krebserkrankung. Der Hauptkrebs begann in seiner Prostata und hat sich mittlerweile auf Schulter, Becken, Hüfte, Rippen und Wirbelsäule ausgebreitet. „So unnatürlich es sich auch anfühlt, so ist Natur“, sagte Hoy. „Wir alle werden geboren und wir alle sterben, und das ist nur ein Teil des Prozesses.“
Trotz der dramatischen Entwicklung zeigt sich der Schotte bemerkenswert positiv. Er betont seine Dankbarkeit für die medizinischen Behandlungen, die ihm zusätzliche Zeit verschaffen könnten. „Hand aufs Herz, ich bin die meiste Zeit ziemlich positiv und habe echte Freude“, sagte er der Sunday Times. „Das ist größer als die Olympischen Spiele. Es geht darum, das Leben zu schätzen und Freude zu finden.“ Nach Angaben der Ärzte hat er noch „zwei bis vier Jahre zu leben“. Hoy hatte im Februar seine Krebs-Erkrankung bekanntgegeben, die bei ihm im vergangenen Jahr diagnostiziert worden war. Über die Art der Krebs-Erkrankung hatte er bislang keine Auskunft gegeben.
Frau Sara leidet an Multipler Sklerose
In seiner neuen Autobiografie „All That Matters“ spricht Hoy offen über seine Erfahrungen und hofft, anderen damit helfen zu können. Persönliche Herausforderungen bleiben ihm nicht erspart: Seine Frau Sarra wurde im letzten Jahr mit Multipler Sklerose diagnostiziert. Trotz dieser Hürden zeigt sich das Paar entschlossen, das Leben zu genießen und die Herausforderungen gemeinsam zu meistern. „Wie glücklich sind wir, dass es Behandlungen für unsere unheilbaren Krankheiten gibt“, sagte sie optimistisch.
Unterstützung erhält Sir Chris Hoy von der Öffentlichkeit und prominenten Persönlichkeiten wie Gesundheitsminister Wes Streeting und dem ehemaligen Rad-Weltmeister Mark Cavendish, die seine positive Einstellung bewundern. In der Zukunft plant Hoy, seine Rolle als Kommentator und Autor weiter auszubauen und seine Erfahrungen zu teilen, um anderen Mut zu machen.
ALEXANDER KAINDL