Traumtor als Joker: Bayerns Toptalent Sehitler (17). © IMAGO
München – In der 63. Spielminute hatte Alexander Straus das Gefühl, etwas verändern zu müssen. Die Frauen des FC Bayern lagen zu diesem Zeitpunkt mit 1:2 in Leverkusen zurück und in der Blitztabelle nur auf Rang vier. Der Trainer brachte Jovana Damnjanovic und Alara Sehitler ins Spiel und bewies damit das richtige Händchen. Zunächst war Damnjanovic an dem Angriff beteiligt, der zum Elfmeter und zum 2:2-Ausgleich durch Georgia Stanway führte, dann erzielte die erst 17-jährige Sehitler den umjubelten 3:2-Siegtreffer in der 90. Minute. Für ihr erstes Tor in der Bundesliga hätte sich die Junioren-Nationalspielerin kaum einen besseren Zeitpunkt aussuchen können – durch den späten Sieg kletterten die Bayern vor der Länderspielpause zurück an die Tabellenspitze.
Das Tor verdeutlicht die Qualitäten Sehitlers, die Straus in den letzten Wochen immer wieder lobte. Einen zu kurz abgewehrten Ball fing sie an der Strafraumgrenze ab, legte ihn sich auf den linken Fuß und schoss aus 18 Metern präzise ein. Sehitler, die am Sonntag 18 wird, ist eine kreative und vielseitige Mittelfeldspielerin mit großem Drang zum Tor. Nicht umsonst bezeichnet sie Florian Wirtz als eines ihrer Vorbilder. „Sie hat alles, was es braucht, um eine tolle Spielerin zu werden“, erklärte Straus, als der FC Bayern Sehitler im Februar 2023 vom FV Ravensburg verpflichtete. Schon letzte Saison kam sie zu ersten Kurzeinsätzen, weshalb Sehitler sich bereits Deutsche Meisterin nennen darf.
In dieser Saison scheint das mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnete Ausnahmetalent bereit für mehr zu sein. Schon bei der Niederlage in Wolfsburg brachte Straus Sehitler für die letzten 20 Minuten. In der mit ausschließlich Nationalspielerinnen besetzten Offensive der Bayern-Frauen ist das keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Beleg für das große Talent von Alara Sehitler.
CHRISTIAN STÜWE