An der Bande herrscht wieder Zuversicht: Trainer Max Kaltenhauser kommt bei den Spielern gut an. © IMAGO
München – Drei Spiele, fünf Punkte – das ist die Bilanz von Max Kaltenhauser an der Bande des EHC Red Bull München. Genau geklärt ist sein Status noch nicht: Ist er weiterhin Interimstrainer oder schon die offizielle Nachfolgelösung für den am Samstag vor einer Woche freigestellten Toni Söderholm? „Wir lassen das bis zur Pause laufen“, sagt Sportdirektor Christian Winkler gegenüber unserer Zeitung. Mit Pause meint er: Wegen des Turniers um den Deutschland Cup in Landshut setzt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) am zweiten November-Wochenende ihren Spielbetrieb aus, traditionell geht es dann auch in den Vereinen ruhiger zu, werden die Nichtnationalspieler sogar in einen kurzen Urlaub geschickt.
Der EHC lässt die Dinge auf sich zukommen. Offen ist auch, ob im Fall der dauerhaften Beförderung des vormaligen Assistenten Max Kaltenhauser eine Co-Trainerstelle neu besetzt würde. Derzeit stehen dem 43-Jährigen die schon länger im Club tätigen Pierre Allard und der auf die Torhüter spezialisierte Patrick Dallaire zur Seite. Winkler findet: „Die jetzige Fraktion arbeitet gut zusammen, dazu haben wir Don mit seinem Mentoring im Hintergrund.“ Meistertrainer Jackson fungiert bei Red Bull als Trainerentwickler.
Was für Kaltenhauser spricht: In den drei von ihm verantworteten Spielen ist der EHC jeweils dominant aufgetreten – abgesehen von einem missratenen ersten Drittel bei der Derby-Niederlage am Freitag gegen Augsburg (2:4). In dieser Partie brachte auch eine Kombination individueller Fehler den EHC vom Weg ab. Wie Kaltenhauser mit Dominik Bittner und Andi Eder, die den Augsburgern das entscheidende Tor (2:3 aus München Sicht) ermöglicht hatten, umgeht, das gewährt einen Einblick in seine Führungsprinzipien. „Ich werde als Trainer nie vergessen, wie es als Spieler war“, sagt er. Eher müsse man da „als Seelentröster“ agieren, „die Zeiten sind vorbei, dass man einen, der einen Fehler gemacht hat, zusammenschreit vor allen Leuten. Der ist eh schon der geprügelte Hund.“ Allerdings, so lässt Max Kaltenhauser erkennen, kann es auch Anlässe geben, auf die er anders reagiert: „Bei Ego-Fehlern, wenn etwa einer glaubt, sich über die Mannschaft zu stellen, da bin ich hart.“
Das Team scheint gut klarzukommen mit dem Neuen, die starke bayerische Ausrichtung des Kaders schafft eine landsmannschaftliche Vertrautheit mit dem Ebersberger Kaltenhauser. „Ich als Bayer kann mich nicht beschweren, wir haben die gleiche Wellenlänge“, sagte Nikolaus Heigl nach dem 4:0 über die Nürnberg Ice Tigers, dem ersten Heimsieg, er findet „den Max charakterlich einen Bombentyp“. Der 20-Jährige gehörte allerdings zu den Spielern, die auch Toni Söderholm mochten. „Es ist immer gut, wenn der Trainer einen fördert. Bei Toni hatte ich das Gefühl, doch das kann auch bei Max passieren.“ Seinen Ex-Trainer hat Heigl noch einmal angerufen, „weil ich finde, dass sich das gehört. Ich habe bei ihm einen Schritt gemacht und mich bedankt.“
GÜNTER KLEIN