Entfesselte Bremer: Romano Schmid (l.) hat in letzter Minute gegen Leverkusen ausgeglichen. © AFP/FOCKE STRANGMANN
Bremen – Granit Xhaka war mächtig angefressen. „Ich muss schauen, dass ich jetzt nichts Falsches sage“, sagte Bayer Leverkusens Führungsspieler in den Katakomben des Weserstadions – und wurde dann doch deutlich: „So geht das nicht weiter. Wir kriegen pro Spiel zwei Gegentore, das reicht nicht, um oben mitzuspielen.“
Das 2:2 bei Werder Bremen ging dem Mittelfeldmann auch mit etwas Abstand gehörig auf die Nerven. Abermals hatte sein Team am Samstagabend einen sicher geglaubten Sieg hergeschenkt, abermals hatte Bayer dabei eklatante Abwehrschwächen entlarvt. Abenteuerliche 15 Gegentore haben die Leverkusener nach acht Spieltagen bereits kassiert, in der vergangenen Saison waren es 24 – nach 34 Partien! Daher hat Bayer erst vier Ligasiege auf dem Konto. „Zu soft“ sei die Defensivarbeit seiner Mannen dieser Tage, wusste auch Trainer Xabi Alonso: „Wenn wir kompetitiv sein wollen, dann müssen wir bereit sein, uns aufzuopfern.“ Der doppelte Fehlpass von Innenverteidiger Edmond Tapsoba vor dem 1:1, er stand gegen Werder symbolisch für einen besorgniserregenden Schlendrian, der sich in der Bayer-Abwehr immer wieder einschleicht. Und so brachte sich der Meister trotz zweimaliger Führung selbst um den Dreier.
SID