EISHOCKEY

Sieger im Schwergewichtskampf

von Redaktion

EHC München gegen Mannheim im Abschluss hocheffektiv

Das 2:0 herausgespielt: Darüber freuen sich (v.l.) Daubner, Brooks, DeSousa, Blum und Hirose. © Red Bull/City-Press

München – Die Tabellensituation in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erhellt sich für den EHC Red Bull München. Am Dienstagabend gewann er den Schwergewichtskampf gegen die Adler Mannheim mit 5:4 (2:0, 0:0, 3:4), dadurch rückte er auf Rang drei vor. Es war zwar beileibe nicht so, dass der EHC das Geschehen dominiert hätte – doch vor dem Tor, wo‘s drauf ankommt, war er effektiver.

München hatte im bisherigen Saisonverlauf underperformt (was sich in einem für den Standort ungewöhnlichen) Trainerwechsel ausdrückte, doch sogar noch ein wenig mehr war Mannheims Startruppe unter den Erwartungen und Vorgaben geblieben. An Marc Michaelis, dem Stürmer, liegt das nicht, er zeigte auch im SAP Garden vor 9672 Zuschauenden, dass er ein herausragender Spieler ist. Aber er benennt die Defizite: „Wir sind nicht mehr geradlinig, wir müssen über die Härte reinkommen.“ Doch der, der am nachhaltigsten für die Mannheimer Körperlichkeit stehen soll, konnte nach ein paar Sekunden Einsatz nicht mehr mitwirken: Adler-Verteidiger Tobias Fohrler knallte ohne Fremdeinwirkung in die Bande und musste von stützenden Händen vom Eis gebracht und in die Kabine geführt werden.

Vor dem eigenen Tor fehlte Mannheim einer, der mal aufgeräumt hätte. Das monierte auch Tom Kühnhackl, einer der Adler-Promis, nach dem ersten Drittel, aus dem der EHC als 2:0-Sieger hervorging. Andi Eder gelang das erste Münchner Tor (13.), „obwohl wir da fünf Mann vor dem Tor hatten“. Beim 2:0 gut eine Minute später fand Adam Brooks den Platz, um unbedrängt vor Mannheims Torhüter Felix Brückmann abzustauben. „Wir sind disconnected und müssen im zweiten Drittel als Fünf-Mann-Unit auftreten“, grollte Tom Kühnhackl – und formulierte als Vorsatz: „Zwei Gänge hochschalten.“

Ab da gewann die Partie an Intensität. „Weil jeder konsequent sein Spiel spielt, passiert nicht viel“, erklärte EHC-Verteidiger Konrad Abeltshauser das Geschehen der folgenden zwanzig Minuten, in denen keine Tore fielen. Dafür sorgte auf Münchner Seite Simon Wolf. Dem 20-Jährigen gewährte Trainer Max Kaltenhauser den zweiten DEL-Einsatz der jungen Karriere. Beim ersten gegen Köln hatte Wolf das Pech gehabt, eine sorglose Abwehr vor sich zu haben. Er musste sechs Gegentreffer hinnehmen, seitdem stand er mit der Fangquote von nur 82,1 Prozent in der Liga-Statistik.

Wolf fing einiges weg, aber nicht alles: In der 46. Minute flutschte ihm der Puck durch, den Marc Michaelis mit der Rückhand aus der Luft genommen hatte. 2:1. Das Mannheimer Drängen war stärker geworden, ein Solo von Plachta und ein Außennetzschuss von Kühnhackl waren die Vorboten. Das Match hatte nun wahren Ereignischarakter: Kris Bennett glich aus (47.), eine Minute später lag der EHC wieder vorne, weil Kastner die Wundervorlage von Tobi Rieder verwertete. Taro Hirose setzte den Adler-Angriffswellen einen weiteren Konter entgegen (54.), Mannheims hochbezahlter Trainer, Ex-NHL-Mann Dallas Eakins, glaubte dennoch an die Wende und nahm sechs Minuten vor Schluss seinen Tormann vom Eis. Schnell war die Scheibe zum 5:2 (Kastner) im leeren Netz. Eakins zog Brückmann zwei weitere Male – und Mannheim kam durch Fischbuch (58.) und Esposito (59.) auf 5:4 heran. Dass der EHC noch in Bedrängnis geriet, war ihm schon in Bremerhaven und Schwenningen passiert.
GÜNTER KLEIN

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