Einseitiges Derby

von Redaktion

Hachings Volleyballer ärgern Dachau und nehmen Herrsching ins Visier: „Wir haben uns Mut angespielt“

Derbysieger: Die Volleyballer aus Unterhaching. © imago

Unterhaching – So einen Wutausbruch sieht man bei Patrick Steuerwald auch nicht alle Tage: Als der Block seiner Mannschaft sich kurz vor Ende des zweiten Satzes von Marko Milovanovic, dem Angreifer des TSV Haching München, mit einem gefühlvollen Leger allzu leicht überwinden ließ, stieg dem Trainer des ASV Dachau die Zornesröte ins Gesicht, er sprang wild herum und machte sich mit lauten Schreien Luft. Ein derart hohes Emotionslevel hätten seine Spieler auch gut brauchen können, um den stark verbesserten Hachingern ein ebenbürtiger Gegner zu sein. So aber gewannen die Green Heroes aus dem Münchner Süden dieses Derby der Volleyball-Bundesliga gegen zahme Dachauer überraschend deutlich mit 3:0 (25:21, 25:22, 25:21).

Endlich einmal zogen die Hachinger eine Partie ohne Leistungsschwankungen durch. „In den letzten Spielen hat man gesehen, dass wir mit den oberen Mannschaften schon ganz gut mithalten können. Wir müssen nur anfangen, das hohe Niveau auch konstant zu spielen. Das war ein guter Schritt in diese Richtung“, begründete der zum MVP gewählte TSV-Libero Moritz Eckardt den ungefährdeten Heimerfolg. Trainer Mircea Dudas sah es ähnlich: „In den Schlüsselmomenten haben wir auf hohem Niveau gespielt. Ich bin zufrieden, auch wenn nicht alles perfekt war.“

Von Zufriedenheit war Steuerwald hingegen weit entfernt. „So, wie wir heute aufgetreten sind, hätten wir es überhaupt nicht verdient, etwas mitzunehmen“, gab er offen zu. Auch Moritz Gärtner gab sich selbstkritisch: „Keiner hat die Verantwortung übernommen“, sagte Dachaus Zuspieler, der dafür auch das Fehlen des an der Schulter verletzten und für die Mannschaft so wichtigen Kapitäns Matt Slivinski nicht als Ausrede gelten lassen wollte: „Das kann auch jeder andere.“ Für kommenden Mittwoch bei Spitzenreiter Lüneburg hofft Gärtner auf Besserung: „Das ist vom Kopf her vielleicht einen Tick einfacher, weil wir da nichts zu verlieren haben.“

Die Hachinger, die durch den Sieg von Platz zwölf auf neun kletterten, geben sich vor dem nächsten Derby, an Allerheiligen (19 Uhr) zuhause gegen Herrsching, hingegen richtig selbstbewusst: „Wir haben uns schon ein bisschen Mut angespielt und wir haben Bock, noch ein paar Teams zu ärgern und um einen Playoff-Platz mitzuspielen“, so Eckardt.
UMB

Artikel 1 von 11