Der Max macht´s

von Redaktion

Kaltenhauser bleibt bis mindestens zum Saisonende Trainer des EHC München

Der Chef hat entschieden: Christian Winkler. © IMAGO

Ab sofort fest im Sattel: Max Kaltenhauser (re.), der den EHC zuletzt nur als Interimslösung betreute. Spielerisch ging es unter ihm bereits aufwärts. © IMAGO

München – Er begann als Assistenztrainer, nach sieben Spieltagen wurde er zum Interimstrainer berufen – und ab sofort ist er einfach der Trainer. Der EHC Red Bull München hat die Entscheidung getroffen, dass er die Saison 2024/25 mit Max Kaltenhauser als Chef an der Bande bestreiten wird. Pierre Allard, der sich zuletzt um die Über- und Unterzahlteams kümmerte, und der auf die Arbeit mit den Torhütern spezialisierte Patrick Dallaire sind weiterhin seine Co-Trainer. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Konstellation erfolgreich sein werden“, sagt Christian Winkler, der Managing Director Sports. Er hatte die Entwicklung der Mannschaft bewusst bis zur Länderspielpause verfolgen wollen, ehe er sich festlegte.

Seitens der Spieler war die Resonanz auf den 43-jährigen Ebersberger positiv. Er gab sich bescheiden, was die eigene Spielerkarriere in zweiter und dritter Liga betrifft, die sich mit der seiner Schützlinge nicht messen lässt („Als Spieler wäre ich hier keine Hilfe“), er ist warmherzig im Umgang, klatscht alle ab, bevor sie aufs Eis gehen, und weiß, „dass es nichts bringt, wenn ich die Leute zusammenschreie“. Im Schnitt der eingefahrenen Punkte liegt er etwas unter Toni Söderholm, den er nach der Heimniederlage gegen Schlusslicht Düsseldorf (n.P. 1:2) abgelöst hatte. Doch das Münchner Spiel wurde ansehnlicher.

Eigentlich, so sagt Kaltenhauser, habe er sich „auf eine ruhigere Zeit in der zweiten Reihe eingestellt“ gehabt. Er war vor viereinhalb Jahren in Regensburg in der Oberliga eingestiegen, hievte die Eisbären in die DEL2 und holte im Frühjahr 2024 überraschend den Meistertitel. Er agierte als Trainer und Manager – das schlauchte. Eine Cheftrainerstelle in der DEL nannte er bei seinem Wechsel nach München als Ziel – allerdings nicht sofort und nicht zwangsläufig beim EHC. „Klipp und klar: Ich bin der Co-Trainer“, stellte er klar, dass er loyal sein werde. Bis er schließlich mit einem Tag Vorlaufzeit in Bremerhaven übernahm.

Die Fans empfinden ihn als sympathisch. Dazu trägt bei, dass Kaltenhauser emotionaler wirkt als Toni Söderholm, und er sich nicht der im Eishockey üblichen Floskelei ergibt. Offen spricht er darüber, dass es bei Red Bull ein von oben angeordnetes Spielsystem gebe („Offenes Geheimnis: Aggressiv gegen die Scheibe“) und dass er und die Spieler sich jedes Mal mit Riechsalz den Push für die Spiele geben. Und in einem mit englischer Terminologie durchsetzten Sport pflegt er seine bayerische Mundart. Zum 4:3-Penalty-Sieg in Frankfurt meinte er: „Dafür brauch ma uns net schama.“
GÜNTER KLEIN

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