Darum darf Dreesen bleiben

von Redaktion

Rekordzahlen und sportlicher Erfolg helfen: Bayerns Vorstandschef im Amt bestätigt

Bleibt im Amt: Bayerns Geschäftsführer Jan-Christian Dreesen. © IMAGO

München – Selbst intern konnte man sich beim FC Bayern einen gewissen Galgenhumor nicht verkneifen: Dass die gestrige Aufsichtsratssitzung auf den 11. November gelegt wurde, brachte bei einigen Protagonisten das Wort „Karnevalssitzung“ über die Lippen.

Viel Kritik in den vergangenen sechs Monaten

Zwar kann man Vorstandschef Jan-Christian Dreesen – dessen Zukunft als Vorstandschef vom Gremium final behandelt wurde – als ostfriesische Frohnatur bezeichnen, doch viel Grund zum Lachen hatte der 57-Jährige im vergangenen halben Jahr nicht: Erst fiel der CEO wegen der zu hohen finanziellen Abfindung für Ex-Trainer Thomas Tuchel bei einigen Aufsichtsräten in Ungnade, zwischenzeitlich stand er in seiner Rolle als DFL-Präsidiumsmitglied wegen der Vergabe des TV-Rechtepakets mit in der Kritik, und vor wenigen Wochen wurde der Zeitschriften-Wurf nach einer Mitarbeiterin publik (unsere Zeitung berichtete über sämtliche Vorfälle).

Trotzdem haben sich die Granden im Gremium um Präsident Herbert Hainer, Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge dazu entschlossen, mit Dreesen weiterzumachen – und die restlichen Aufsichtsratsmitglieder davon überzeugen können. Obwohl der Vorstandschef in der jüngeren Vergangenheit intern kritisiert wurde, gibt es auch Tatsachen, die für ein „Weiter so“ mit Dreesen sprechen. Die Bayern werden auf ihrer Jahreshauptversammlung im Dezember Rekordzahlen präsentieren können. Darüber hinaus läuft es sportlich wieder erfolgreich, ein möglicher Wechsel an der Führungsspitze könnte wieder für Unruhe sorgen und eventuell den mannschaftlichen Erfolg unter Vincent Kompany gefährden. Überdies genießt Dreesen in der komplizierten FCB-Fanszene einen hervorragenden Ruf.

Hellmann, Gomez, Bierfhoff – viele Namen kursieren

Trotzdem sollen sich Hainer und seine Kollegen im Aufsichtsrat gedanklich mit Profilen eines potenziellen CEO beschäftig haben, um diese auch mit Dreesen vergleichen zu können. Über prominente Namen wurde im Zuge dessen öffentlich eifrig spekuliert: von Red-Bull-Boss über den ehemaligen DFL-Geschäftsführer Christian Seifert oder Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann bis hin zum ehemaligen DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Dass es bei einer solch wegweisenden Entscheidung zumindest in der Theorie keine Denkverbote geben darf, beweist ein anderer Name, der in der Branche kursierte: Mario Gomez.

Welche Namen tatsächlich besprochen wurden, ist zumindest öffentlich nicht bekannt. Der Blick des deutschen Rekordmeisters richtet sich nun ohnehin nach vorne: mit Jan-Christian Dreesen an der Spitze.
M. BONKE, P. KESSLER

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