Nach der Partie leuchtete die Allianz Arena in Blau-Weiß mit der Aufschrift: Panthers. © IMAGO
Nur lobende Worte: Young von den Panthers. © IMAGO
Das erste Mal ging ein NFL-Spiel in Deutschland in die Verlängerung. © IMAGO
München – Jubelsprünge, lachende Gesichter, die pure Ekstase. Leere Blicke, schlurfender Gang, der pure Frust. Während die Carolina Panthers feierten, strahlten die New York Giants mit jeder Faser große Enttäuschung aus. Der knappe 20:17-Panthers-Sieg nach Verlängerung hatte die beiden Teams in unterschiedliche Welten verfrachtet. Doch so unterschiedlich die Gefühlslage der Elitesportler eigentlich war, so ähnlich waren ihre Reaktionen auf das Erlebnis München.
„Die Atmosphäre in diesem wunderschönen Stadion war absolut elektrisierend. Über die komplette Spielzeit hinweg hat das Publikum gefeiert, wie bei einem Fußballspiel“, schwärmte Panthers-Coach Dave Canales. Nach dem perfekten Debüt 2022 bestand vor dem zweiten „Munich Game“ die Sorge, dass die Stimmung unter der mangelnden sportlichen Qualität leiden würde. Völlig unbegründet, wie sich früh herausstellte. „Es war ein surreales Erlebnis“, lobte Panthers-Quarterback Bryce Young: „Es ist großartig, hier zu gewinnen. Ich fühle mich gesegnet.“ Noch euphorischer wurde sein Kollege A‘Shawn Robinson: „Seit wir ins Flugzeug gestiegen sind, schwebten wir auf einer Welle des Glücks.“ Brian Burns, Verteidiger der Giants, ergänzte: „Die Fans haben so viel gesungen und auch viele Dinge bejubelt, die nicht hätten bejubelt werden müssen. Das habe ich sehr genossen.“
Neben dem Stadionerlebnis zeigten sich die Spieler auch von der Stadt München begeistert: „Wir waren in der Innenstadt und sind dort ein wenig herumspaziert. Überall wurden wir gut behandelt“, berichtete Giants-Runningback Tyrone Tracy, der vor dem Spieler mit Bayern-Star Jamal Musiala scherzte.
Große Kritik gab es nach dem Spiel 2022 am Rasen in Fröttmaning. Auch dieser Aspekt war nun kein Problem: „Der Platz war besser als ich erwartet habe“, so Dexter Lawrence von den Giants. Das Panthers-Laufwunder Chuba Hubbard fügte hinzu: „Ich fand den Rasen völlig in Ordnung. Wir mussten zwar andere Stollen tragen, aber alles in allem war es gut.“
Nicht nur die Sportler waren begeistert, auch NFL-Deutschland-Chef Dr. Alexander Steinforth stimmte ins Loblied ein: „Danke, München“, postete er zusammen mit einem Bild der fantastischen Stadion-Choreografie auf LinkedIN. Generell wurde in NFL-Kreisen philosophiert, dass München eine ganz besondere, magische Atmosphäre hätte, Frankfurt stehe in dieser Ansicht hinten an. Auch Berlin, wo ab 2025 den Planungen nach ebenfalls ein NFL-Spiel stattfinden soll, müsse sich anstrengen, um das zu toppen.
„Die Atmosphäre hier in München war in den letzten Tagen voller Begeisterung, dass NFL-Football wieder zurück ist“, sagte die amerikanische Kommentatoren-Legende Rich Eisen: „Hoffentlich ist das auch durch den Fernseher in Amerika zu spüren.“
C. SCHÖNFELD