Gibt es noch einen Titelkampf?

von Redaktion

FCB-Verfolger schwächeln – wer der stärksten Konkurrent ist: eine Analyse

Begeisternde Offensive: Bei Frankfurt lacht Elbers Stürmerherz. © Imago

Gefährlicher als Frankfurt? Elber hat Leipzig mit Einschränkung auf dem Zettel. © IMAGO

München – Die Saison ist erst zehn Spieltage alt, trotzdem ergibt sich langsam ein klares Bild: Der FC Bayern geht mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze in die Länderspielpause, Leipzig ist nach dem 0:0 gegen Gladbach etwas abgeschlagen Zweiter. Die Eintracht unter Trainer Dino Toppmöller begeistert dagegen weiter – und mischt mehr und mehr im Meisterkampf mit. Titelverteidiger Leverkusen scheint dagegen das Glück abhanden gekommen zu sein. Fehlt da nicht noch wer? Ach ja, der BVB – in den letzten Jahren ein verlässlicher Anwärter auf Platz zwei – hat sich mit der Pleite gegen Mainz aus dem Titelrennen verabschiedet. Läuft also alles auf einen Start-Ziel-Sieg des FCB hinaus? Oder geht der Dreikampf mit Leipzig und Frankfurt jetzt erst los? Stürmer-Legende Giovane Elber erklärt die Lage im Titelrennen.

FC Bayern:

Die Elf von Vincent Kompany hat zuletzt ihre Spielweise umgestellt und setzt auf mehr Kontrolle statt Offensivfeuerwerken. „Klar, die Zuschauer gehen für ein Spektakel mit vielen Toren ins Stadion. Aber am Ende entscheidet die Abwehr über den Titel“, sagt Elber über die zuletzt fünf weißen Westen in Folge. „Ich habe das unter Giovanni Trapattoni gelernt: Ein 1:0 und ein 5:0 geben beide nur drei Punkte. Die Konstanz ist wichtig.“ Bayern ist damit auf dem besten Weg, die Schale zurück nach München zu holen. Aber Vorsicht: Der FCB hat aktuell genauso viele Punkte wie zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison (jeweils 26).

RB Leipzig:

„Sie haben Pech gehabt gegen Dortmund (1:2 Niederlage nach Führung), dazu das Unentschieden gegen Gladbach – und schon fehlen vier Punkte. Sie müssen hoffen, dass Bayern einen Fehler macht, damit sie wieder oben angreifen können. Für mich sind sie aber gefährlicher als Frankfurt, weil sie den Druck im Titelrennen kennen.“

Eintracht Frankfurt:

Die SGE hat derzeit einen Shootingstar: Omar Marmoush! In zehn Spielen sammelte der Ägypter bereits 18 Scorerpunkte (elf Tore, sieben Assists). Nicht nur deshalb ist die Eintracht laut Trainer Toppmöller „auf einem guten Weg ein Topteam zu werden“. Elber: „Wie sie spielen, ist echt schön anzuschauen. Sie sind mit Leipzig und Bayern der Titelfavorit, auch dank Marmoush. Ich weiß nicht, wann das letzte Mal jemand dreimal in Folge so schöne Freistoßtreffer geschossen hat. Das ist Wahnsinn. Der Junge spielt eine unglaubliche Saison.“

Bayer Leverkusen:

Dem Team von Xabi Alonso scheint das Glück abhandengekommen zu sein, das sie in der vergangenen Saison mit unzähligen Last-Minute-Siegen aufgebraucht hat. In der 89. Minute kassierte die Werkself das bittere 1:1 gegen Bochum und liegt inzwischen neun Punkte hinter dem FCB. „Es ist noch keine Krise“, mahnt Elber zur Geduld. Aber: „Letzte Saison lief alles hervorragend, jetzt haben sie auch mal Pech. Da müssen sie durch.“

Borussia Dortmund:

„Ich rechne nicht mehr mit Dortmund.“, sagt Elber: „Niemand weiß, was bei ihnen los ist. Zu Hause gewinnen sie alles und auswärts kassieren sie dann eine Klatsche wie gegen Stuttgart oder Mainz. Vielleicht schaffen sie es noch in die Champions League, aber für einen Titel reicht es nicht.“
VINZENT TSCHIRPKE

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