ZUM TAGE

Ein Fundament, auf dem sich aufbauen lässt

von Redaktion

Dreesen bleibt Bayern-CEO

Um zu bewerten, wie gut oder schlecht eine Entscheidung ist, lohnt sich der Blick auf die Alternativszenarien. Und dabei muss man in der Causa des alten und neuen Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen beim FC Bayern nicht mal auf diskutierte Namen wie Oliver Mintzlaff, Christian Seifert, Axel Hellmann oder gar Oliver Bierhoff blicken. Es ist nur logisch, dass sich die Verantwortlichen ihre Gedanken gemacht und ihre Augen offengehalten haben. Dass sie aber zur nun verkündeten Lösung gekommen sind, hat einen guten Grund: dass sie – Stand November 2024 – die richtige für den Verein ist, der so gefestigt und selbstbewusst wirkt wie lange nicht.

Es wäre zu hoch gegriffen, diesen Verdienst Dreesen alleine zuzuschreiben, aber der spezifische Fall des vor eineinhalb Jahren eigentlich schon fast verabschiedeten langjährigen Finanzvorstandes dient als gutes Beispiel. Nicht nur, weil es mit Dreesen an der Spitze nach dem Aus von Oliver Kahn gelungen ist, das Binnenklima zum deutlich Besseren zu wenden, sondern auch, weil die Vereinsgranden nach dem wohl nicht ganz zufällig vor wenigen Wochen erschienenen Artikel im „Manager Magazin“ im Kollektiv standhaft geblieben sind. Ein Aus von Dreesen hätte alle schlecht aussehen lassen. Diejenigen, die vom angeblichen Zeitschriftenwurf auf eine Mitarbeiterin schon vor dessen Berufung zum CEO gewusst haben müssen, wären auch diejenigen gewesen, die sich vom öffentlichem Druck ihrer Autonomie hätten berauben lassen. Ein Knall – und es wäre wieder Krise gewesen. Nicht besser als im Mai 2023.

Die Unumstößlichkeit der schon im Oktober getroffenen Entscheidung ist ein wichtiges Zeichen an den Rest der Fußball-Welt. Der FC Bayern und seine Verantwortungsträger um Präsident Herbert Hainer sowie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge blicken nicht zurück, sondern nach vorne – wohlwissend, dass neue Herausforderungen warten. Fan-Versteher Dreesen hat Themen wie Katar und Ruanda moderiert, das Aus von Thomas Tuchel und den Amtsantritt von Max Eberl begleitet. Will der Verein im Konzert der fremdfinanzierten Milliarden-Clubs aber wieder ganz oben mitmischen, muss er auf der nun geschaffenen Kontinuität aufbauen. Sie ist ein gutes Fundament für Dreesens Amtszeit bis 2027 – und alle Alternativszenarien, die danach kommen mögen. Intern, extern, oder eben ganz einfach: Thomas Müller.

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