Man schätzt sich: Hainer und Dreesen. © IMAGO
München – Die Nachricht am Montag war keine Überraschung mehr. Wie erwartet, wird Jan-Christian Dreesen beim FC Bayern bis 2027 als Vorstandsvorsitzender im Amt bleiben. Wie es zu dieser Entscheidung kam – und was man sich vom alten und neuen Chef erwartet – erklärt Präsident Herbert Hainer (70).
Herr Hainer, der Aufsichtsrat des FC Bayern hat mit Jan-Christian Dreesen als Vorstandsvorsitzenden um weitere zwei Jahre verlängert – was ist das Ziel dieser Entscheidung?
Ein Schlüssel zum Erfolg des FC Bayern war immer Kontinuität, daher wollen wir diesen Weg gemeinsam fortsetzen. Der FC Bayern ist mit Jan-Christian Dreesen an der Spitze seines Vorstands erstklassig aufgestellt, wir stehen sportlich und wirtschaftlich sehr gut da. Er hat den Vorstandsvorsitz in einer schwierigen Phase des Clubs übernommen und die FC Bayern München AG in kurzer Zeit wieder in ruhigeres Fahrwasser geführt. Wir sind uns sicher, dass er der Richtige ist, um zusammen mit seinen Vorstandskollegen Michael Diederich und Max Eberl die anstehenden Herausforderungen anzugehen und die hochgesteckten Ziele des FC Bayern zu erreichen. Daher habe ich mich auch über andere Namen gewundert, die in der Öffentlichkeit als angebliche Kandidaten gehandelt wurden.
Wie läuft die Zusammenarbeit innerhalb des Vorstands?
Jan-Christian Dreesen, Michael Diederich und Max Eberl arbeiten gut und effektiv zusammen – und immer im Sinne des FC Bayern. Jan-Christian Dreesen ist seit bald zwölf Jahren beim FC Bayern und weiß, wie dieser Club tickt und was er braucht. Michael Diederich bringt viele neue Impulse ein, und neben seinen exzellenten Kenntnissen in der Finanzbranche verfügt er über ein hervorragendes Netzwerk in der Wirtschaft. Max Eberl hat die Erfahrung und die Expertise aus 20 Jahren in herausgehobenen Positionen im Profifußball. Damit hat der FC Bayern eine hervorragende Konstellation in seinem Vorstand für alle Herausforderungen, die auf uns zukommen.
Der Vorstand setzt sich nach einem entsprechenden Beschluss des Aufsichtsrats im Februar seit Juli diesen Jahres aus drei Positionen zusammen. Wie ist die Aufgabenverteilung?
Es war uns wichtig, genau festgelegte Strukturen zu haben und die Aufgabenbereiche klar zu definieren zwischen einem Vorstandsvorsitzenden, einem Vorstand Finanzen & Vertrieb und einem Vorstand Sport. Jeder kennt seine Rolle und füllt sie mit Leidenschaft aus, alle sind bei allen Prozessen aufeinander abgestimmt. Mit diesem Organisationsaufbau hat der FC Bayern schlanke und effiziente Strukturen in seiner Führung geschaffen, die kurze Abstimmungen und dynamische Entscheidungen ermöglichen.
Am 8. Dezember steht die Jahreshauptversammlung in der Rudi-Sedlmayer-Halle an. Was erwartet die Mitglieder an diesem Tag?
Wir werden wirtschaftlich einmal mehr Rekordzahlen präsentieren, dazu eine weitere Bestmarke, was den Zuwachs an neuen Mitgliedern betrifft, wobei wir schon jetzt mit weit über 360 000 der größte Sportverein der Welt sind. Die diesjährige Jahreshauptversammlung wird außerdem dem Andenken an Franz Beckenbauer gewidmet sein. Sein Todestag jährt sich im Januar zum ersten Mal. Er fehlt uns. Ohne ihn wäre der Club nicht das, was er heute ist.
Wie sehen Sie die sportliche Situation des FC Bayern?
Unsere Mannschaft macht uns allen große Freude, Vincent Kompany leistet hervorragende Arbeit. Begeisternden Fußball spielen wir schon seit Beginn der Saison, jetzt haben wir die letzten fünf Spiele allesamt auch noch zu null gewonnen. Das zeigt, dass Vincent unser Team ständig weiterentwickelt. In der Bundesliga sind wir nach zehn Spieltagen Tabellenführer mit fünf Punkten Vorsprung auf Platz zwei, in der Champions League sind wir nach dem 1:0-Sieg gegen Lissabon auf einem guten Weg und im DFB-Pokal freuen wir uns auf das Topspiel gegen Leverkusen in der Allianz Arena. So darf es nach der Länderspielpause sehr gerne weitergehen.
INTERVIEW: MANUEL BONKE
UND PHILIPP KESSLER