Herrmann groovt sich ein

von Redaktion

Intensive Anfangsphase der Vendee Globe

Erlebte einen intensiven Rennstart: Boris Herrmann. © Malizia

Hamburg – Essen kochen, mal entspannt durchschnaufen, schlafen – alles, was im normalen Leben so selbstverständlich abläuft, ist für Boris Herrmann auf seiner „Malizia-Seaexplorer“ ein ganzes Stück komplizierter. Der deutsche Extremsegler groovt sich nach dem Start der Vendee Globe und ersten technischen Problemen aber immer mehr ein und holt auf.

„Diese Dinge, die an Land normal und simpel sind, sind an Bord manchmal nicht so einfach“, sagte Herrmann, der bei dem Solo-Rennen rund um die Welt jeden Schritt auf seiner 18 Meter langen Jacht planen muss. An den ersten der rund 80 Tage auf dem Meer gilt es für den 43 Jahre alten Familienvater, einen Rhythmus aufzubauen, mit dem er die hohe Belastung meistern kann.

„Ich habe etwas Kopfschmerzen und nicht viel geschlafen. Ich empfinde es als intensiv, aber das habe ich auch erwartet“, hatte Herrmann nach der ersten, doch eher unrunden Nacht auf dem Wasser berichtet. Stundenweise legt er sich in seine Koje – die Kopfhörer, die vor den lärmenden Bootsgeräuschen schützen, mit einem Stirnband fixiert. Und schöpft frische Kraft für die nächsten Stunden, die immer wieder auch unvorhersehbare Herausforderungen bringen.

Kurz nach dem Start gab es so eine Situation, als Herrmann Probleme mit der Bootssteuerung identifizierte und dies erstmal mithilfe telefonischer Hinweise der Technik-Crew an Land in Ordnung brachte. „Jetzt ist es wieder gut“, sagte er danach zufrieden und startete eine erste kleine Aufholjagd.

Der Mitfavorit, der 2021 nach einer Kollision mit einem Fischerboot kurz vor dem Ziel Rang Fünf erreichte, schob sich am Dienstag ins erste Drittel der 40 Teilnehmer vor, die mittlerweile weitgehend das Kap Finisterre im Nordwesten Spaniens passiert haben. Der Franzose Charlie Dalin lag bei der Marke in Führung vor dem Briten Sam Goodchild und Dalins Landsmann Yoann Richomme.
SID

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