„Großartige, starke Persönlichkeit“: Mala Grohs hat beim FC Bayern ihre Heimat. © IMAGO
Maria Luisa Grohs (weiße Jacke) verfolgte das Spiel im Stadion von der Bank. © IMAGO
„Jetzt sind wir deine Grohse Stütze“, stand auf dem Trikot. © IMAGO
München – Unmittelbar vor dem Anpfiff des Bundesliga-Spiels gegen Carl Zeiss Jena am Sonntagnachmittag kamen die Frauen des FC Bayern zusammen, um eine Botschaft an die schwer erkrankte Maria Luisa Grohs zu senden. „Jetzt sind wir deine Grohse Stütze“, stand auf ein Trikot der Torhüterin gedruckt, das die Mannschaft in die Kameras hielt. Die Fans hinter dem Tor riefen den Namen der 23-Jährigen und ermutigten sie mit einem Banner, stark zu bleiben. Grohs hatte am Samstag in einer Videobotschaft mitgeteilt, dass bei ihr ein bösartiger Tumor entdeckt worden sei.
Vertrag um ein Jahr verlängert
„Die Erkrankung ist eine Herausforderung, von der ich nicht gedacht hätte, dass ich sie einmal bewältigen muss. Aber ich bin sicher, dass ich es mit der Hilfe, die ich jetzt von allen Seiten bekomme, schaffe und wieder ganz gesund werde“, erklärte die Torhüterin, die auf unbestimmte Zeit kein Fußball mehr spielen können wird. Die Nachricht sorgte für große Betroffenheit weit über den FC Bayern hinaus, aus der ganzen Bundesliga kamen Genesungswünsche.
Sport rückt in den Hintergrund
„In solchen Momenten rückt der Sport in den Hintergrund. Unser Verein steht gemeinsam mit der ganzen FC Bayern-Familie hinter Mala Grohs. Mala ist eine großartige, starke Persönlichkeit, und sie wird sämtliche Hilfe erhalten, die wir ihr geben können und die sie braucht, um wieder gesund zu werden“, sagte Präsident Herbert Hainer.
Der FC Bayern verlängerte als Reaktion auf die Diagnose den Vertrag der Torhüterin um ein Jahr bis zum Sommer 2026. „Mit unserer Vertragsverlängerung wollen wir einen kleinen Teil beitragen, dass sie sich auf ihre Genesung konzentrieren kann – und ihr zeigen, dass sie wissen soll, dass der FC Bayern immer ihre Heimat ist“, erklärte Sportvorstand Max Eberl.
„Wir wünschen Mala viel Kraft und von ganzem Herzen einen bestmöglichen Genesungsverlauf. Sie wird ganz nah bei uns und immer ein Teil unseres Teams sein. Alles ist darauf ausgerichtet, dass sie erst einmal gesund wird – und dann wieder auf den Platz zurückkehrt“, sagte Frauenfußball-Direktorin Bianca Rech.
Den Platz im Tor übernimmt Ena Mahmutovic. Die 20-Jährige, vor der Saison vom MSV Duisburg gekommen, gilt als herausragendes Talent und wird sich nun in den nächsten Monaten beweisen können. Am Sonntag im Campus-Stadion wurde die Torhüterin kaum geprüft, die Bayern-Frauen schlugen Jena klar mit 5:0. Glódís Viggósdóttir (19.), Klara Bühl (29.), Lea Schüller (80., 90.+3) und Jovana Damnjanovic (82.) erzielten die Tore beim souveränen Sieg.
In der Tabelle bleiben die Bayern-Frauen damit auf Rang drei, zwei Punkte hinter Wolfsburg und punktgleich mit Eintracht Frankfurt. Weiter geht es am Donnerstag mit dem Auswärtsspiel in der Champions League in Oslo, bevor am Sonntag das DFB-Pokal-Achtelfinale in Freiburg ansteht.
CHRISTIAN STÜWE