Die Leidenschaft des Umstrittenen: Nicht umsonst setzt auch Golf auf Donald Trump. © Brandon/dpa
Washington – In seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident bekommt Donald Trump die größtmögliche Bühne. 2026 sind die USA Co-Gastgeber der Fußball-WM, 2028 kommen die nächsten Olympischen Spiele nach Los Angeles. Oliver Bierhoff rechnet damit, dass der umstrittene 78 Jahre alte Republikaner einen besonderen Fokus auf die Veranstaltungen legen wird. „Ich bin sicher, dass sich Trump und Amerika als Top-Sportnation bei der WM 2026 und Olympia 2028, aber auch schon bei der Club-WM im nächsten Jahr darstellen wollen und werden“, sagte der frühere Nationalmannschaftsmanager zuletzt der Sport Bild.
Insbesondere Trumps Agenda ist allerdings auch ein Grund dafür, dass seine zweite Präsidentschaft im Vorfeld kritisch gesehen wird. Bei der WM, die die USA gemeinsam mit Mexiko und Kanada ausrichten, nehmen erstmals 48 Teams teil – die alle ihre Fans mitbringen wollen. Während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 verärgerte der ehemalige TV-Star mit einem Einwanderungsbann für Menschen aus Irak, Iran, Syrien, Libyen, Somalia, Sudan und dem Jemen weltweit viele Leute. Die US-Regierung ist verantwortlich für das Erteilen von Einreisegenehmigungen und Visa für Sportler, Journalisten und Fans auch bei Großveranstaltungen.
Auch die Beziehungen zu Mexiko als Co-Gastgeber könnten unter dem angekündigten hartem Umgang mit Migranten insbesondere aus Mittel- und Südamerika sowie dem Weiterbau der Grenzmauer zum südlichen Nachbarland leiden. FIFA-Präsident Gianni Infantino soll sich mit Trump gut verstehen, der Draht zwischen dem Fußballweltverband und dem Weißen Haus sollte kurz sein.
Komplexer ist die Lage für die Organisatoren der Olympischen Spiele in Los Angeles (LA28). Die Stadt an der Pazifik-Küste wird von der Demokratin Karen Bass als Bürgermeisterin regiert, auch der Bundesstaat Kalifornien hat in Gavin Newsom einen Demokraten als Gouverneur – beide sind erklärte Trump-Gegner. Casey Wasserman, Präsident von LA28, äußerte sich vor der ersten Wahl Trumps öffentlich deutlich ablehnend über den damaligen Kandidaten.
Jetzt sind die Töne aus dem Olympia-OK bedeutend diplomatischer. Auch bei Wasserman. „Trump war 2017 Präsident, als wir den Zuschlag bekommen haben und hat Verträge unterzeichnet, in denen sich die Regierung dazu verpflichtet hat, Transport und Sicherheit zu liefern“, sagte er. „Das sind die Olympischen Spiele, da geht es nicht um Rot und Blau. Da geht es um Rot, Weiß und Blau – dies sind Amerikas Olympische Spiele, die in Los Angeles stattfinden. Das steht über der Politik, das merken wir in all unseren Erfahrungen“, sagte er in Anspielung.
Für aktiveSportler scheint der Alltag nach der Wahl wieder politischer zu werden. Nun allerdings sind auch die Sympathisanten Trumps öffentlich sichtbarer. In der NFL zelebrierten Spieler nach dem Vorbild von San-Francisco-49ers-Profi Nick Bosa gelungene Aktionen mit einem Jubel, der Trumps Art zu tanzen imitiert.
Hoffnungen mit Trumps erneuter Wahl gibt es im Golf, wo die Verhandlungen der rivalisierenden Touren durch die Hilfe des designierten US-Präsidenten vorangetrieben werden könnten. Zumindest Nordirlands Golfstar Rory McIlroy hält das für möglich. Der vierfache Major-Sieger glaubt, dass Trump den Streit der PGA Tour, der DP World Tour und der LIV Tour schlichten könnte. Trump hatte das Anfang der Woche in einem Podcast angedeutet.
DPA