Ein Ex-Löwe ärgert Haching: Wiesbadens Torschütze Fabian Greilinger. © IMAGO
Unterhaching – Die Misere bei der abstiegsbedrohten SpVgg Unterhaching hält weiter an. Das 1:1 (1:1) gegen den SV Wehen Wiesbaden vor 3975 Zuschauern im Unterhachinger Uhlsport Park verlängerte die erschreckende Sieglos-Serie der Hachinger in der 3. Liga auf nunmehr elf Spiele. Der überraschende Pokalerfolg in der Vorwoche beim TSV 1860 rückte nach der Punkteteilung in den Hintergrund. Spieler und Trainer wirkten trotz einer ordentlichen Vorstellung nach dem nächsten erfolglosen Anlauf auf drei Punkte ernüchtert. „Wir haben gerade nicht so das Momentum auf unserer Seite“, sagte Trainer Marc Unterberger.
Dabei hatte die Partie für die Hachinger gut begonnen. Nach einem Lattentreffer von Julian Kügel wenige Sekunden nach dem Anpfiff traf der SpVgg-Angreifer dann bei seinem dritten Versuch nach Vorarbeit von Markus Schwabl vom rechten Flügel zum 1:0 (16.). Haching schien gut in der Partie zu sein, zeigte aber wieder einmal sein größtes Manko beim Toreschießen. Weitaus effektiver stellte sich die Topmannschaft aus der hessischen Landeshauptstadt an und markierte mit der ersten Chance das 1:1. Torschütze: Ausgerechnet Ex-Löwe Fabian Greilinger (35.), der seinen im Totopokal an Haching gescheiterten Herzensverein rächt. Haching hatte beim überraschenden Abstaubertor der Gäste bei einer Flanke vom Flügel im eigenen Strafraum gepennt.
Zu allem Ärgernis bekamen die Hausherren auch keinen Elfmeter nach einem vermeintlichen Foul an Kügel zugesprochen (45.), was dem wütenden SpVgg-Präsidenten Manfred Schwabl eine Gelbe Karte eintrug. Auch in der zweiten Hälfte verbuchte die Heimelf viele Chancen, konnte diese über Sebastian Maier (60.) und Manuel Stiefler (64., 69.) allerdings wieder nicht nutzen.
Am Ende konnten sich die Hachinger bei ihrem Torwart Konstantin Heide bedanken, der in der Schlussphase zumindest den einen Punkt festhielt. Bei einem Distanzschuss von Florian Carstens (87.) hielt der von seiner Länderspielreise mit dem DFB wieder ins Tor zurückgekehrte U 17-Weltmeister ebenso stark wie bei einer Dreifach-Chance der Gäste (90.+2). „Wenn man keine Tore macht, kann man keine Spiele gewinnen“, brachte Mittelfeldspieler Simon Skarlatidis das Hachinger Offensiv-Dilemma auf den Punkt.
ROBERT M. FRANK