Krisenmanager aus den USA

von Redaktion

Martin Richenhagen neuer Präsident beim Reitverband

Vom Traktorboss zum Reiter-Präsident: Martin Richenhagen (72). © dpa

Köln – Die finanziell und personell angeschlagene Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat einen neuen Präsidenten. Martin Richenhagen ist bei der Mitgliederversammlung in Warendorf gewählt worden. Der 72-Jährige war der einzige Kandidat. Richenhagen arbeitete mehrere Jahre in den USA als Boss des Landmaschinenherstellers AGCO.

Der Reitverband steckte zuletzt in Turbulenzen. Im Vorjahr gab es ein Defizit von 976 000 Euro, der Finanz-Geschäftsführer wurde entlassen. Anschließend trat der Präsident Hans-Joachim Erbel zurück. Weitere Präsidiumsmitglieder folgten. Richenhagen hatte den Verband zuletzt als „Sanierungsfall“ bezeichnet.

Bei seinem Amtsantritt ließ Richenhagen die Zukunft des umstrittenen Generalsekretärs Soenke Lauterbach zunächst offen. „Herr Lauterbach ist mir gegenüber immer transparent und ehrlich“, stellte der frühere US-Manager klar, vermied aber ein Bekenntnis, den zum 30. September 2025 ausscheidenden Lauterbach bis dahin zu halten. „Entweder arbeiten wir bis September zusammen oder nicht“, sagte er nüchtern.

Zukunft von Generalsekretär Lauterbach? Offen!

Seine aktuelle Vorstellung? „Ich stelle mir gar nichts vor. Ich werde mich heute mit Herrn Lauterbach zu diesem Thema unterhalten“, kündigte Richenhagen an. Es gebe bereits mehrere Bewerbungen für die Nachfolge.

Lauterbach, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes und Generalsekretär, hatte im Juli seinen Rücktritt für das kommenden Jahr angekündigt, nachdem er ebenso wie der ehemalige Präsident Hans-Joachim Erbel nicht entlastet worden war. „Das Vertrauen in meine Person hat massiv gelitten und die Kritik am Verband hat sich in den letzten Wochen immer mehr auf meine Person zugespitzt“, hatte Lauterbach erklärt: „Ich habe das Gefühl, dass ich zunehmend zur Belastung für die FN geworden bin.“ Diese Auffassung unterstrich Richenhagen am Dienstag. „Herr Lauterbach und Herr Erbel mussten zurücktreten, weil das Präsidium das Finanzproblem nicht erkannt hat“, sagte er. Das Präsidium habe schlicht „bei der Wahrnehmung der Aufsichtspflicht versagt“. Blablabla
sid

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