TV-Experte Hamann ist für harte Meinungen bekannt.
Kane zeigte bisher auch in der Königsklasse starke Leistungen und geht selbstbewusst in die kommenden Topspiel-Wochen. © Hoppe/dpa
München – Harry Kane und die Torquote in Topspielen – das leidige Thema holte den Goalgetter auch vor der anstehenden Topspiel-Woche des FC Bayern wieder ein. Vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) gegen Paris Saint-Germain widersprach der Kapitän der englischen Nationalmannschaft deutlich. „Es ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt, wenn man die Tore in der letzten Saison in den großen Spielen sieht“, sagte der 31-jährige Kane.
Dass es hier und da Kritik gebe wie zuletzt mal wieder von Sky-Experte Didi Hamann, sei normal. Dessen Aussage, Kane treffe in den Topspielen nicht oft genug, sei womöglich „aus dem Zusammenhang gerissen“ worden, sagte er nachsichtig. Gegen Dortmund oder Stuttgart, ergänzte er leicht amüsiert, habe es ja ganz gut geklappt – und Konterte der Hamann-Kritik damit deutlich!
20 Treffer in 17 Spielen für Bayern
Er fühle sich aktuell so gut wie lange nicht, erst am vergangenen Freitag gelang ihm beim 3:0 gegen den FC Augsburg ein Hattrick. „Meine Zahlen sind die besten meiner Karriere“, sagte Kane. In der laufenden Saison hat er in 17 Pflichtspielen für die Bayern 20 Mal getroffen; auch beim 1:4 in Barcelona und gleich dreifach gegen den VfB Stuttgart. Der Topspiel-Block gegen PSG sowie am Samstag in der Bundesliga bei Borussia Dortmund und danach im DFB-Pokal gegen Titelverteidiger Bayer Leverkusen bietet für Kane natürlich wieder erstklassige Möglichkeiten, um in großen Partien Großes zu leisten.
„Ich versuche, in jedem Spiel zu treffen und der Mannschaft zu helfen. Das ist eine große Woche, die jetzt vor uns liegt. Und als der Stürmer der Mannschaft muss ich natürlich dem Team helfen, indem ich Tore erziele“, beschrieb Kane sein Aufgabenprofil.
Er werde seine eigene Leistung trotzdem nicht nur an Toren messen. „Und wenn wir drei Siege holen, ohne dass ich treffe, dann sind wir alle glücklich. Und auch der Trainer wird glücklich sein“, bemerkte der Mittelstürmer zum Topspiel-Dreierpack binnen acht Tagen. Schließlich ist Kane neben seinen starken Trefferquoten die gesamte Karriere außerdem dafür bekannt gewesen, sich trotz seiner Rolle als Mittelstürmer stets nach hinten fallen zu lassen und das Offensivspiel mit klugen Pässen und Seitenverlagerungen anzukurbeln.
Kanes erklärtes Ziel ist es, in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern endlich auch Team-Titel zu gewinnen. Diese fehlen ihm nämlich noch in seiner bislang unvollendeten Karriere. „Seit ich bei Bayern bin, sind meine Zahlen als Torjäger nach oben gegangen“, sagte er. „Ich hoffe, das geht so weiter, mit den Spielern um mich herum.“
Seine Offensivkollegen in München seien sehr gut und würde ihm viele Tore ermöglichen. Schließlich ist die Form der Münchner Offensive derzeit überragend: Michael Olise und Serge Gnabry erhalten auf dem Flügel meist den Vorzug und überzeugen mit starken Leistungen, die häufig als Joker eingesetzten Leroy Sané und Kingsley Coman machen den Stammspielern aber ebenfalls druck. Und Jamal Musiala überragt in dieser Spielzeit ohnehin.
Davon profitiert logischerweise auch Mittelstürmer Kane. Der Angreifer will diesen Standard halten, oder sogar „noch weiter nach oben bringen“, erklärte er selbstbewusst. Auch in den großen Spielen gegen große Gegner.