Ausrutscher am Donnerstag

von Redaktion

EHC Red Bull München verliert gegen Nürnberg 3:4 n.V.

Enge Kiste: Am Ende zogen Hager (vorne) & Co den Kürzeren. © IMAGO

München – Kurz vor dem Start war bei den eingefleischtesten Fans des EHC Red Bull München ein bisschen Protest angesagt. „Donnerstagsspiele abschaffen“, forderte die Nordkurve auf einem Transparent. Die Nordkurve ist genau genommen im SAP Garden gar keine Nordkurve mehr, doch der Club nennt sie noch so, was auch ein Zeichen ist, wie wichtig man seine Stimmungsmacher nimmt. Dass die Forderung Gehör findet, darf trotzdem bezweifelt werden. Beim Fernsehen mag man den gewöhnungsbedürftigen Wochentagstermin.

Aber so sehr man auch noch fremdelt – immerhin 8445 Zuschauer lockte das Bayernderby trotzdem in die Arena. Und die dürften ihr Kommen kaum bereut haben. Auch wenn dem EHC im Bayernderby gegen die Nürnberg Ice Tigers am Ende beim 3:4 (2:1, 0:1, 1:1, 0:1) n.V. nur ein Pünktchen blieb. Die Treffer von Yasin Ehliz, Taro Hirose und Filip Varejka waren zu wenig.

Zumindest war dieses Spiel, anders als noch beim glatten 4:0 des EHC im ersten Treffen, ein abwechslungsreiches und vor allem spannendes Duell. In dem das Team von Trainer Max Kaltenhauser schnell da anknüpfte, wo es beim Sieg über Schwenningen am Dienstag aufgehört hatte. Yasin Ehliz (12.) und Taro Hirose (15./PP) trafen früh ins Schwarze.

Doch Nürnberg hat in dieser Saison seine Spezialdisziplin, das Powerplay. Und ein solches öffnete den Franken die Türe zurück in die Partie. Jeremy McKenna überlistete den zurückgekehrten Schlussmann Matthias Niederberger zum ersten Mal (17.). Und so entstand ein heißes Duell, in dem sich die Gäste zunehmend Vorteile. Und gingen nicht unverdient mit einem 3:2-Vorteil (William Graber und Cole Maier/22., 45. trafen) auf die Zielgeraden.

Was auch ein ganz guter Test war, für das neue Selbstverständnis, das Kapitän Patrick Hager angekündigt hatte. Mit dem man enge Spiele für sich entscheiden will. Es klappte ja, aber wie groß war die Chance auf volle drei Zähler. Die 40 Schlussekunden drückte der EHC sogar in doppelter Überzahl. Doch Patrick Hager verfehlte das leere Tor. Die personelle Überzahl verstrich auch in der Verlängerung ungenutzt.

So etwas muss sich rächen und es rächte sich auch. Marcus Weber, ausgerechnet der beste Kumpel von Münchens Maxi Kastner, ließ Nürnberg jubeln. Und es wird nicht einfacher für den EHC – am Sonntag geht es nach Mannheim.
RP

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