ZUM TAGE

Viel Raum für neue Ideen

von Redaktion

Kann Europa vom US-Sport lernen?

Man muss ja nicht lange zurückdenken um ein Beispiel zu finden, was passiert, wenn der schillernde amerikanische Sport auf traditionelle europäische Fankultur trifft. Die Visite der Foorball-Liga NFL in München war ein Ereignis, dessen Wucht und Atmosphäre sogar die abgebrühten Protagonisten selbst ins Schwärmen brachte. Eine Party zwischen Show und Bierseligkeit. Deren Erfolg einmal mehr die Frage aufbrachte: Geht da noch mehr?

Die Ereignisse werden bestimmt zahlreicher. Die NFL will ihr Programm ausweiten. Auch die NHL, die die Buffalo Sabres zur Eröffnung des SAP-Gardems entsandte, wird wieder kommen. Bei den Basketballern der NBA wird derweil sogar offen über eine eigene Dependance auf dem alten Kontinent diskutiert. Aber die Frage ist: Kann auch der europäische Sport selbst amerikanischer werden?

Vielleicht muss er das sogar. Denn die so traditionelle Welt des europäischen Sports verändert sich laufend. Das fängt an bei den Arenen, die, München erlebt es in diesen Tagen mit dem SAP Garden – immer größer, moderner werden. Viele Besucher anspruchsvoller und, ja, amerikanischer. Sport ist da schon längst viel mehr als Tore oder Körbe. Sport ist Entertainment – wer zu Eishockey, Basketball oder Handball geht, der will auch unterhalten sein. Pausen, lange Unterbrechungen sind Stillstand.

Das ist natürlich ein Spagat. Man muss Wege finden, die neue Welt zu bedienen, ohne die alte zu verlieren. Und das, ohne das eine oder das andere zu überdrehen. Bei den Bayern-Basketballern hat man da schon den ein oder anderen Schritt gewagt. Im SAP Garden wie auch im BMW Park wird der Sport schon von einem dichten Programm umrahmt. Das mag hier einfacher sein, schon weil das Basketball-Publikum im Querschnitt jünger ist als das seiner Mitbewerber.

Aber die Aufgabe muss auch in anderen Disziplinen keine unlösbare sein, wenn es nach Chris Voigt geht. Der sportliche Auswanderer, der sich beim Baseball-Club Seattle Mariners tagtäglich mit Präsentation und Spektakel befasst, glaubt, dass sich der deutsche Sport ein bisschen selbst blockiert. Dass man sich nicht an neue Ideen und Gedanken heranwagt um „Ultras“ nicht zu vergrätzen. Es gehe darum, sich zu trauen. Ideen eben eine Chance zu geben.

Auch das NFL-Spiel in München wurde übrigens einst aus einer Idee geboren.

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