„Es ist rau an Bord“, sagt Boris Hermann, an Schlaf ist meist nicht zu denken. © Malizia
Hamburg – Das Leben im Südlichen Ozean ist beschwerlich. „Im Moment bin ich ein bisschen müde“, sagt Boris Herrmann mit tiefen Augenringen im Gesicht, während seine Malizia immer wieder von hohen Wellen durchgeschüttelt wird: „Es ist rau an Bord. Wenn ich mal 45 Minuten schlafe, ist das schon gut.“
Drei mental und körperlich herausfordernde Wochen hat der deutsche Hochseesegler bei der Vendee Globe mittlerweile in den Knochen, als Mitfavorit ist er nicht wirklich glücklich mit seinem zwölften Rang und rund 1200 Seemeilen Rückstand auf die Franzosen Charlie Dalin sowie Sebastien Simon an der Spitze. Doch Herrmann gibt sich kämpferisch, während den Führenden extreme Bedingungen drohen.
Ein großes Tiefdruckgebiet wird von Mittwoch bis Donnerstag orkanartige Winde und eine enorm unruhige, verworrene See mit sich bringen. Während das Tief Herrmann und drei nahen Konkurrenten davonzieht, werden Teile der Boote vor ihm der „No-Go Zone“, wie der Veranstalter schrieb, ausweichen müssen.
Bietet sich Herrmann damit die Chance, deutlich nach vorne aufzuschließen? Damit rechnet der 43-Jährige laut eigener Aussagen auf einer PK vorerst nicht.
DPA