„Das ärgert mich sehr“

von Redaktion

Preuß verpasst Podium um ein Zehntel – Tannheimer knackt WM-Norm

Freute sich über ihre beste Weltcup-Platzierung: Julia Tannheimer. © Kimmo Brandt

Während sich Franziska Preuß (links) nach dem Sprint über ihren einzigen Schießfehler ärgerte, reichte es für Elvira Öberg trotz zweier Fehler für Rang zwei. © Kimmo Brandt

Kontiolahti – Franziska Preuß stützte sich erst auf den Skistöcken ab und ließ sich dann in den kalten finnischen Schnee fallen. Möglicherweise wurden beim Blick auf die Zielzeit Erinnerungen an den Weltcup-Auftakt im vergangenen Jahr wach. In Östersund war die 30-Jährige damals 0,1 Sekunden am Einzel-Sieg vorbeigeschrammt. Dieses Mal verpasste sie mit demselben Rückstand den letzten Podiumsrang in Kontiolahti. Den ersten Platz belegte am Samstag überraschend die fehlerfreie Tschechin Marketa Davidova, die zuletzt vor drei Jahren einen Sieg feiern konnte. Hinter der Tschechin kam Elvira Öberg (+8,8 Sekunden; 2 Schießfehler) als Zweite ins Ziel, die Finnin Suvi Minkkinen wurde Dritte (+11,9; 0).

Preuß brillierte wieder einmal mit einer tollen Laufleistung (+29,3 Sekunden/Fünftschnellste). Wie schon im Einzel, als sie den fünften Platz erreicht hatte, war die Schießleistung ausschlaggebend. „Die Platzierung ist gut, aber ich ärgere mich über den einen Fehler“, sagte Preuß am ARD-Mikrofon: „Ich wollte unbedingt die Null schießen.“

Beste Platzierung für die Jüngste

Fehlerfrei blieb hingegen die erst 19 Jahre alte Julia Tannheimer, die sich den starken sechsten Platz (+21,1 Sekunden auf Davidova) und die Teilnahme beim Massenstart am Sonntag sicherte. Auf die Frage, welche Schulnote sich die Abiturientin vom Frühsommer 2024 geben würde, antwortete sie zufrieden: „Eins, bis eins minus, viel mehr hätte ich heute nicht besser machen können.“

Vanessa Voigt, die am vergangenen Sonntag im Single-Mixed mit Justus Strelow Platz drei und im Einzel Platz neun belegt hatte, leistete sich zwei Schießfehler und landete am Ende auf einem enttäuschenden 37. Rang (+1:20,1). „Ich habe mich heute etwas schwerfällig gefühlt“, sagte Voigt.

Die anderen jungen DSV-Läuferinnen Selina Grotian (20), die zumindest in der Loipe überzeugte (viertschnellste Laufzeit) und Julia Kink (20) spielten nach zu vielen Schießfehlern keine Rolle bei der Vergabe um die vorderen Plätze und verpassten somit die Qualifikation für den Massenstart am Sonntag. Johanna Puff musste derweil krankheitsbedingt passen.

Auch Riethmüller auf Platz vier

Im Massenstart der Herren am Sonntag machte Danilo Riethmüller mit einem starken vierten Platz auf sich aufmerksam. Nach einem Schießfehler lag der 25-Jährige 6,1 Sekunden hinter dem Norweger Sturla Holm Lägreid. „Natürlich wäre es umso schöner gewesen, auf das Podest zu kommen. Aber ich habe von vorneherein gemerkt, dass mir etwas der Punch fehlt. Im Großen und Ganzen bin ich aber echt zufrieden“, sagte Riethmüller in der ARD. Gewonnen hat der Franzose Eric Perrot (1) vor seinem Landsmann Quentin Fillon Maillet aus Frankreich (3/+9,1 Sekunden).

Justus Strelow (3/+1:08,8) wurde als Elfter zweitbester Deutscher, Philipp Nawrath (5/1:41,8) musste sich nach seinem dritten Platz im Sprint diesmal mit Rang 17 begnügen.
SID

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