Aua: Frankfurt sehnt angesichts vieler angeschlagener Spieler die Winterpause herbei. © IMAGO
Auf dem Boden der Tatsachen: Omar Marmoush und Frankfurt müssen die Bayern in der Bundesliga ziehen lassen. © Frey/dpa
München – Dino Toppmöller versuchte, seine Gefühle zu sortieren. „Stolz auf die Energieleistung“ sei der Trainer von Eintracht Frankfurt, aber auch sichtlich müde nach „etlichen anstrengenden Spielen“ – und letzten Endes ein wenig enttäuscht. Nach dem Pokal-Aus bei RB Leipzig stockte der wochenlange Lauf der SGE, der sie zum ersten Bayern-Jäger gemacht hatte, auch in der Fußball-Bundesliga. Rekordmeister München liegt nach Frankfurts 2:2 (0:0) gegen den FC Augsburg wieder sechs Punkte vorne.
Gerade die müde erste Halbzeit zeichnete dabei das Bild der hohen Belastung schonungslos auf. Zumal Leistungsträger wie Robin Koch und Arthur Theate schon angeschlagen in die Partie gegangen waren. „Wir haben in der zweiten Halbzeit nochmal alles rausgehauen, was im Tank war“, lobte Toppmöller, „und das war tatsächlich noch viel.“ Den Bayern schenkte der 44-Jährige derweil keine große Beachtung.
Schon vor der Partie hatte Toppmöller ohnehin bekräftigt, die Eintracht sei grundsätzlich „in keinem Favoritenkreis – in keinem Wettbewerb“ und damit versucht, den Druck wegzuschieben. Die schöne Momentaufnahme von Platz zwei würde seine Mannschaft natürlich gern so lange wie möglich speichern, schon Platz vier würde am Ende der Saison für die Champions League reichen. Doch die Belastung ist riesig, der Terminplan schonungslos – und die Eintracht angeknockt.
Auch wegen der umfngreichen Rotation stotterte gegen Augsburg der Motor beim Tabellenzweiten. Toppmöller muss die gute Ausgangslage in Liga und Europapokal nun irgendwie in die kurze Weihnachtspause retten. Hugo Ekitike (55.) brachte Frankfurt zwar in Führung, nach dem Doppelschlag von Phillip Tietz (60.) und Samuel Essende (71.) lief die SGE aber sogar einem Rückstand hinterher. Can Uzun (74.) rettete das Remis.
„Es ist gut, dass wir wenigstens noch den Punkt mitnehmen“, sagte Offensivspieler Ansgar Knauff: „Man kann das Spiel, wenn es doof läuft, auch verlieren. Aber wir ärgern uns trotzdem.“
Der Spielplan bleibt eng. Dem Topspiel in der Europa League bei Olympique Lyon am Donnerstag (21.00 Uhr/DAZN) folgt das Wiedersehen mit Leipzig. Zwei weitere Gradmesser für eine Mannschaft, die am Limit zu spielen scheint. „Die Jungs gehen einfach über diese Grenze drüber, und ich bin mir sicher, dass sie das in den nächsten Spielen nochmal genauso machen werden“, meinte Toppmöller.
Erst einmal freute sich der Trainer aber auch über eine kurze Verschnaufpause vor dem Lyon-Spiel, seine Mannschaft könne nun zwei Tage „abschalten, um den Akku nochmal aufzuladen, so gut es geht“. In Frankreich will Frankfurt dann einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gehen, ehe die Bayern-Jagd weitergeht.
sid