Das schlechte Gewissen des Sportjournalismus

von Redaktion

Ja, mit den deutschen 3×3-Basketballerinnen hat man sich schon freuen können bei den Olympischen Spielen. Sie standen auf keiner Gold-Rechnung, daher waren sie eine Sensation. Ihre Spiele waren kurzweilig und spannend.

Aber: 3×3-Basketball ist eine Kunstsportart ohne Tradition, geschaffen nur für die Vermarktbarkeit der Olympischen Spiele. Es gibt im IOC auch Gedankengänge, ein Drei-gegen-drei-Eishockey – bislang nur gespielt in Verlängerungen, um Partien zu entscheiden – olympisch zu machen. Das wäre auch für Eishockey-Fans ein Graus. Solche Formate haben nicht die Wertigkeit einer gewachsenen Sportart.

Natürlich ist die Leistung der Leverkusener Fußballer viel höher zu bewerten. Sie haben Deutschland von der Langeweile erlöst, und nicht mal dem FC Bayern ist es jemals gelungen, eine Bundesliga-Saison ohne Niederlage zu überstehen. Wo könnte eine Mannschaft noch besser sein, um die Anerkennung in Form eines Ehrentitels wie beim „Sportler des Jahres“ zu bekommen?

Ein Verdacht: Tatsächlicher Grund für die Wahl der Kleinfeld-Basketballerinnen ist das schlechte Gewissen des auf Fußball fixierten deutschen Sportjournalismus. Als könne er sich mit dieser einen Stimme läutern. Auch davon, dass vor Paris kaum über 3×3 berichtet wurde – und seitdem auch nicht mehr.

Da hätten die Kolleginnen und Kollegen ruhig mal konsequent bei ihrer Neigung zum Fußball bleiben können. Bayer Leverkusen war ein Traum von einer Mannschaft.

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