OBERLIGA-TOUR

Einfach nicht gut genug aufgestellt

von Redaktion

Bittere Niederlagen für Tölz und SCR – Besserung bei Peiting

Gestatten, Raphael Rödel: In Tölz musste der DNL-Torwart einspringen. © Oliver Rabuser

SC Riessersee: Der SC Riessersee feiert Weihnachten im Niemandsland der Tabelle, mit wachsendem Abstand zur direkten Playoff-Qualifikation und mit den drittmeisten Gegentoren als Hypothek. Am Wochenende hagelte es die Niederlagen drei und vier in Serie, immerhin sprang dabei noch ein mickriger Punktgewinn heraus. Den fuhren die Werdenfelser ausgerechnet beim heimstarken ECDC Memmingen ein. Durch den Videobeweis wurde nach Spielschluss ein gültiger Treffer zum 4:4-Ausgleich identifiziert. Die Overtime ging dann aber an die Allgäuer.

Zuhause gegen Stuttgart hatte man sich nircht nur eingedenk des 10:3-Erfolges gegen die Schwaben vor gut zwei Monaten ein Erfolgserlebnis ausgerechnet. Der eigene Anspruch verlangt es, gegen ein Schlusslicht zu bestehen. Doch daraus wurde nichts. Der SCR scheiterte an fehlender Coolness im Abschluss, primär aber an Keanu Salmik, dem flinken und letztlich unbezwingbaren Goalie der Rebels. Trainer Hunor Marton konnte mit der Leistung seiner Mannen wenig anfangen. „Wir schaffen es nicht, an einem Wochenende zwei gute Leistungen zu zeigen.“ Wenigstens ist der Vorverkauf für das Derby gegen die Tölzer Löwen am zweiten Feiertag gut angelaufen.

EC Peiting: Die Spendierhosen hängen beim EC Peiting wieder im Schrank. Nach den zahlreich verteilten Geschenken in den letzten Partien, die zu drei Niederlagen in Folge führten, minimierte der ECP die Fehlerquote im Heimspiel gegen die Tölzer Löwen. Die Belohnung dafür war ein hart erkämpfter 4:3-Derbyerfolg nach Verlängerung, bei dem die Pfaffenwinkler viel Moral bewiesen, da sie gegen den Tabellenfünften zweimal einen Rückstand aufholten. „Das Ergebnis tut der Mannschaft, die nie aufgegeben hat, sehr gut“, zeigte sich ECP-Coach John Sicinski erleichtert. „Wir waren im Tief und das hat man im verkrampften und nervösen ersten Drittel gemerkt“, gestand Sicinski. Ein Penaltytreffer im Mittelabschnitt in Unterzahl, der die 105 Minuten lange Torflaute beendete, beflügelte die Peitinger, die sich auch nach erneutem Rückstand zurückkämpften und 39 Sekunden vor der Sirene ausglichen. Verteidiger Felix Linden bescherte seinem Team in der Verlängerung dann den Zusatzpunkt.

Zwei Tage zuvor lieferte der ECP beim Höchstadter EC eine desolate Vorstellung ab. „Das war ein peinlicher Auftritt der Mannschaft“, ärgerte sich Sicinski nach der 0:6-Demütigung beim Verfolger. „Wir haben zu wenig Zweikämpfe gewonnen, waren meist zu spät dran, die Pässe kamen nicht an und die Disziplin war nicht da“, erkannte Sicinski zahlreiche Baustellen, die gegen Bad Tölz deutlich weniger wurden.

Tölzer Löwen: Ein bitteres Wochenende für die Tölzer Löwen, das ihnen nur einen Punkt beschert und zwei Dinge aufzeigt: Ohne ihre Leistungsträger ist es kaum möglich, im Kreis der Top-Teams zu bestehen. Bei der 1:5-Heimniederlage gegen die Heilbronner Falken am Freitag waren sie weitgehend chancenlos. „Wir waren nicht gut genug aufgestellt“, sagt Trainer Axel Kammerer. Zweite Erkenntnis: Talente können ihnen durchaus weiterhelfen. So lieferte der 19-jährige DNL-Torhüter Raphael Rödel, einzige Option für den erkrankten Enrico Salvarani, einen gelungenen Einstand bei den Erwachsenen ab. Kammerer: „Er hat das hervorragend gemacht.“ Die 3:4-Niederlage konnte er allerdings auch nicht verhindern. Schuld daran war eher ein unnötiger Patzer in der Schlussphase, der nach einer 3:2-Führung eine 3:4-Niederlage n.V. nach sich zog.

Dabei waren die Löwen gegen Peiting die bessere Mannschaft. Ihnen half auch, dass Antreiber Sandro Schönberger und der frisch gebackene Papa Topi Piipponen wieder mit an Bord waren. Gegen Heilbronn ohne vier Führungsspieler war das Team teilweise überfordert vom hohen Lauf-, Schuss- und Pass-Tempo der Heilbronner. „Wir hätten ein perfektes Spiel gebraucht gegen einen brutal starken Gegner“, sagt Kammerer. „Das ist uns nicht gelungen.“
OLIVER RABUSER,

ROLAND HALMEL, NICK SCHEDER

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