350 000 Euro kostet die Munich Cowboys eine GFL-Saison. © IMAGO
Geld schießt doch Tore: Bayern-Star Harry Kane liefert den Beweis. © dpa
„Mittlerer fünfstelliger Bereich“: Deisenhofen. © IMAGO
Großhesselohes Lebensversicherung Struff. © IMAGO
Münchner Stareinkauf: Tobias Rieder. © IMAGO
Namhaftester Einkauf: Weltmeister Johannes Voigtmann von den Bayern-Basketballern. © IMAGO
■ FC Bayern München (Basketball, BBL)
Spätestens seit dem Double der Vorsaison sind die Bayern national wieder der unbestrittene Branchenführer. Das gilt auch für die Finanzen. Der Gesamtetat der Münchner wird auf rund 28 Millionen Euro geschätzt. Dem Vernehmen nach erfüllt man schon jetzt den geplanten Budgetdeckel der Euroleague, wonach maximal 60 Prozent des Gesamtetats in Profigehälter fließen dürfen. 16 bis 17 Millionen Euro für Trainerstab und Spieler dürften der Wahrheit also ziemlich nahe kommen. Die Spitzenverdiener streichen dem Vernehmen nach etwa eine halbe Million Euro netto ein. In Europa sind die Münchner damit immer noch ein vergleichsweise kleines Licht. Piräus-Star Sasha Vezenkov streicht alleine 3,7 Millionen Euro Netto ein.
■ EHC Red Bull München (Eishockey, DEL)
Im Eishockey sind in allen Ligen Netto-Verträge üblich. In der DEL liegen Top-Saläre mittlerweile über 200 000 Euro pro Saison – Tobias Rieder dürfte beim EHC Red Bull München, dessen Gesamtetat auf rund 20 Millionen Euro geschätzt wird, in dieser Kategorie verdienen. Die Oberliga (3. Liga) bietet eine Mischung aus Feierabend- und echten Profis. Da ist vom jungen Spieler, der sich mit ein paarhundert Euro im Monat sein Studium finanziert, bis zum ausländischen Berufsspieler mit etwa 50.000 Euro pro Jahr alles dabei.
■ FC Bayern München (Fußball, Bundesliga)
Vor wenigen Tagen veröffentlichte die FC Bayern München AG im Rahmen der Jahreshauptversammlung ihre Bilanz. Der Gesamt-Personalaufwand für das zurückliegende Geschäftsjahr beträgt 396,5 Millionen Euro. Zwar beinhaltet diese Zahl auch die Gehaltskosten der „normalen“ Angestellten – doch der Großteil dieser Summe ist auf den Profi-Etat zurückzuführen. Das bestätigt auch die Berechnung der Plattform Capology: Demnach liegt das Gehaltsbudget der Bayern für die laufende Saison 2023/24 bei 256 Mio. Euro. Das entspricht einem durchschnittlichen geschätzten Brutto-Jahreseinkommen von 9,5 Millionen Euro pro Spieler.
■ TSV 1860 München (Fußball, Dritte Liga)
Die Löwen müssen im siebten Drittligajahr kleinere Brötchen backen. Der Vorjahresetat von 5,5 Mio. Euro wurde um eine Million Euro reduziert, auch als Folge des Gesellschafterstreits. Mit 4,5 Millionen Euro belegt der Drittliga-Dino in der Etat-Tabelle einen hinteren Platz. Sportchef Christian Werner sprach unlängst von einer DFB-Wertung, die 1860 auf Position 15 führt (von insgesamt 20 Teams). Zum Vergleich: In den Spielzeiten 2020/21 und 2021/22, als die Löwen mit Trainer Michael Köllner zweimal knapp den Aufstieg verfehlten, lag das Budget für den Lizenzspieler-Kader bei mehr als 6 Millionen Euro. Das Durchschnitts-Spielergehalt in der 3. Liga liegt bei 5000 bis 10 000 Euro, bei ambitionierten Clubs oder Zweitliga-Absteigern können Stars aber auch schon mal 25 000 Euro pro Monat verdienen – so wie Waldhof-Stürmer Terrence Boyd, bei dem die Löwen mehrfach abgeblitzt sind.
■ Munich Cowboys (Football, Erste Liga)
Bei den Munich Cowboys kostet eine Saison GFL-Football mindestens 350.000 Euro. „Das ist die absolut unterste Grenze für den Spielbetrieb der Herrenmannschaft“, so Sportdirektor Gerald Meier. Diese Rechnung funktioniert allerdings nur aufgrund der zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter beim Traditionsteam. „Sie steuern eine unglaubliche Leistung bei“, lobt Meier. Eine Gesamtübersicht für den ganzen Verein mitsamt Jugend- und Damenabteilungen gestaltet sich angesichts der diversen Teilbereiche schwierig.
■ TSV Haching München (Volleyball, Bundesliga)
Das Etatgefälle in der Volleyball-Bundesliga (VBL) ist trotz relativ geringer Summen im Vergleich zu anderen Sportarten bemerkenswert: Serienmeister Berlin liegt bei etwa drei Millionen Euro, der aufstrebende Tabellenzweite SVG Lüneburg bei 1,4 Millionen, der letztjährige Aufsteiger VC Bitterfeld-Wolfen bei gut 400.000. Unterhachings Volleyballer, die zu Glanzzeiten mit vier Pokalsiegen von 2009 bis 2013 eher im Bereich von Lüneburg einzuordnen waren, haben noch weniger Geld. „Wir sind unter Bitterfeld“, sagt Sportdirektor Mihai Paduretu. Mehr wird nicht verraten. Da bis 2022 für die Erstliga-Lizenz ein Mindestetat von 200.000 Euro nötig war und es in diesem Jahr eine Erhöhung beim TSV Haching München gab, kann man von rund einer Viertelmillion ausgehen.
■ TC Großhesselohe (Tennis, Bundesliga)
Sie waren das Beste vom Besten im vergangenen Sommer, die Bundesliga-Männer des TC Großhesselohe. Und im Vergleich zu manch anderer Disziplin ist ein deutscher Mannschaftsmeister fast schon ein Schnäppchen. Der TC ist mit 200 000 bis 250 000 Euro für eine Saison dabei, je nachdem welche Profis man sich leistet. Allerdings ist ein Tennisteam vergleichsweise jkein, eine Saison nur knapp zwei Monate im Sommer lang.
■ FC Deisenhofen (Fußball, Bayernliga)
Der FC Deisenhofen profitiert auch finanziell von seiner erfolgreichen, nachhaltigen Jugendarbeit. „Bei uns ist es etwas einfacher, weil zwei Drittel der Spieler aus der eigenen Jugend kommen und wir eine recht junge Mannschaft haben“, sagt Thomas Werth, der Sportliche Leiter. Konkrete Zahlen zum Budget nennt er nicht, doch er verrät: „Wir sind bei der ersten Mannschaft irgendwo zwischen dem mittleren und höheren fünfstelligen Bereich.“