Hätte Leverkusen den Titel „Mannschaft des Jahres“ verdient gehabt? Sicher, denn die Xabi-Alonso-Truppe blieb – wenn auch teilweise etwas glücklich – in 40 (!) Liga- und Pokalspielen ohne Niederlage.
Sind die 3×3-Basketballerinnen trotzdem eine gute Wahl? Definitiv. Sogar die Bessere. König Fußball erdrückt in Deutschland ohnehin fast alle anderen Sportarten. Da ist es ein gutes Zeichen, dass sich die knapp 3000 stimmberechtigten Journalisten mit klarer Mehrheit für die Golden-Girls ausgesprochen haben. Deren Triumph war eines der Märchen, die es oft nur bei Olympia gibt. Schon die Qualifikation, war ein Erfolg, was dann in Paris passierte, hätte kein Algorithmus und keine KI der Welt auch nur annähernd vorhergesagt.
Natürlich ist die 3×3-Disziplin sehr neu und die Leistungsdichte noch überschaubar. Aber auf der anderen Seite können in den großen internationalen Fußball-Ligen auch maximal eine Handvoll Teams Meister werden. Leicester City war 2016 in England eine Ausnahme, in Deutschland fällt einem Kaiserslautern (1998) und vielleicht noch Stuttgart (2007) und Wolfsburg (2009) ein. Alles lange her. Leverkusen gehörte definitiv nicht in diese Kategorie.
Und offensichtlich haben Svenja Brunkchorst & Co. die Menschen auch einfach mehr emotionalisiert, als die oftmals abgehobenen und überbezahlten Fußball-Stars. Übrigens: bei der TV-Quote lag das DFB-Pokalfinale (7,95 Mio.) nur knapp vor dem 3×3-Finale (7,4 Mio.). Also auch im Medienalltag gerne mehr Nicht-Fußball. Die Wahl war ein guter Anfang.