Applaus vom Meistertrainer: Xabi Alonso hat die richtigen Schlüsse aus dem holprigen Saisonstart gezogen. © Imago
Hört, hört: Die Bayer-Elf um Torjäger Boniface hat wieder häufiger Grund zum Jubeln. Der Meister ist in Lauerstellung. © Imago (3)
München – Dass ein Gewitter eine reinigende Wirkung haben kann, ist hinlänglich bekannt. Projiziert man dieses Bild auf die Situation von Bayer Leverkusen nach der letzten Länderspielpause, trifft es auf den deutschen Double-Sieger durchaus zu. Nach dem düsteren 1:1 bei Abstiegskandidat VfL Bochum am 9. November habe sich die Mannschaft zusammengesetzt, sich die Meinung gesagt und den Fokus aufs Wesentliche gelenkt, berichtete Mittelfeldchef Granit Xhaka jüngst. Dass die Maßnahme gegriffen hat, lässt sich an den nackten Zahlen ablesen.
Leverkusen gewann die folgenden sieben Pflichtspiele nacheinander, schmiss dabei den FC Bayern im Achtelfinale aus dem DFB-Pokal und kam in der Bundesliga-Tabelle Schritt für Schritt näher an den Rekordmeister heran. „Man muss sagen: Seit Anfang November haben wir wieder richtig begriffen, dass wir wirklich da sein müssen“, sagte Torhüter Lukas Hradecky: „Wir sind auch gut in der Jäger-Rolle.“
Am elften Spieltag lag Leverkusen neun Punkte hinter dem Rekordmeister, vor dem 15. Spieltag waren es noch vier. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Defensive, die wieder zueinander gefunden hat. In vier der vergangenen sieben Spiele blieb Leverkusen ohne Gegentreffer, was laut Abwehrchef Jonathan Tah ein Verdienst der gesamten Mannschaft sei. „Das Gegenpressing haben wir extrem verbessert“, sagte der Nationalspieler: „Das ist auf jeden Fall ein Part, warum es im Moment wieder stabiler ist.“ Auch der SC Freiburg soll das am Samstag (15.30 Uhr, Sky) zu spüren bekommen. Trainer Xabi Alonso hat seinen Spielern einen klaren Plan mit auf den Weg gegeben. Sie jagen nach Ballverlusten zwar konsequent, aber nicht blind hinterher, sondern ziehen sich auch situativ zurück, um wieder kompakter zu stehen. Florian Wirtz sorgt für Glanzmomente, Patrik Schick ersetzt den verletzten Torjäger Victor Boniface hervorragend.
Es sei „entscheidend, dass wir unsere Spiele gewinnen“, sagte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes, dies baue ganz ohne verbales Geschacher bereits Druck auf. Denn die Bayern waren zuletzt nicht unbedingt meisterlich unterwegs, stolperten in Dortmund (1:1) und Mainz (1:2). Und Leverkusen lauert.
SID