Zoff um die TV-Gelder-Verteilung

von Redaktion

Zweitligisten wollen mehr vom Kuchen

Schalke und der HSV: Auf dem Rasen Konkurrenten, bei der Gelder-Vergabe vereint. © Imago

Hamburg – Der milliardenschwere Rechtepoker ist gerade erst erfolgreich zu Ende gegangen, da folgt schon das nächste Tauziehen: Traditionsvereine gegen aufstrebende Neulinge, Großclubs gegen Fußball-Zwerge – jeder will ein möglichst großes Stück vom Kuchen der TV-Gelder abhaben, die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausgehandelt wurden.

Als Wortführer schwingen sich der Hamburger SV und Schalke 04 auf. „In keiner anderen europäischen Topliga werden Themen wie Stadionauslastung, Aboabschlüsse, Markenreichweite oder die Beteiligung an abendlichen Topspielen so wenig Rechnung getragen wie in Deutschland“, bemängelte Finanzchef Eric Huwer im SZ-Interview und schlug damit in die gleiche Kerbe wie die „Königsblauen“.

Bisher wurde der Faktor „Interesse“ mit drei Prozent gewichtet. Zu wenig, sagen auch die Gelsenkirchener, die ebenfalls in der zweiten Liga dahin darben. Ihr Hauptargument: Durch hohe TV-Quoten, ein stets volles Stadion und sehenswerte Choreografien der Fans werteten die Clubs immerhin das Produkt „deutscher Fußball“ auf und erhöhten die Zahlungsbereitschaft der Rechteinhaber, die ab der kommenden Saison etwas mehr als 1,1 Milliarden Euro pro Spielzeit bezahlen.

„Wir werden uns dafür stark machen, die Verteilung anzupassen“, sagte S04-Finanzvorständin Christina Rühl-Hammers.

Doch die „Kleinen“ der Bundesliga verteidigen ihr Stück vom Kuchen mit allen Mitteln. Mainz-05-Sportvorstand Christian Heidel gab schon mal den Advokaten. Der Ansatz „mehr Geld zu wollen, weil man als Traditionsverein vielleicht vor 30 oder 40 Jahren sehr gut gearbeitet hat“, missfällt dem ehemaligen Schalker Sportchef.

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