Grüezi, Bayern-Nachwuchs!

von Redaktion

Neues Netzwerk: Erstes FCB-Talent nach Zürich – Boey auf Abstellgleis

Sascha Boey (re.) kam für 30 Mio. Euro aus Istanbul. © IMAGO

Nestory Irankunda trainiert bereits in Zürich. © Instagram

München – Richard Kitzbichler hat in der Rückrunde alle Hände voll zu tun. Der Leihspieler-Beauftragte des FC Bayern fliegt quer durch Europa, um die Karriereschritte der Münchner Juwele genau zu beobachten und künftig wird ihn seine Reiseroute auch in die Schweiz führen. Dort geht bald Nestory Irankunda für Grasshopper Zürich auf Torejagd. „Das ist eine großartige Chance für mich“, blickt der 18-Jährige zuversichtlich voraus.

Am Wochenende wurde bekannt, dass sich beide Clubs auf eine Leihe verständigt haben. „Nestory hat bei unseren Amateuren immer wieder sein großes Talent gezeigt“, erklärt Nachwuchschef Jochen Sauer und verspricht: „Wir werden ihn auf seinem Weg weiter sehr eng begleiten.“ Man kann davon ausgehen, dass diesen Worten auch Taten folgen. Denn: Die Leihe des Offensivspielers ist eine Art Pilot-Projekt im neuen Nachwuchs-Netzwerk „Red & Gold Football“. Seit vergangenem Jahr arbeitet der deutsche Rekordmeister in Sachen Talentförderung mit dem US-Verein Los Angeles Football Club zusammen. Hierfür wurde ein sogenanntes Joint Venture mit Sitz in München gegründet. Geschäftsführer ist Campus-Boss Sauer.

Interessant: Im Januar 2024 haben sich die Amerikaner 96,5 Prozent des Grasshopper Club Zürich gesichert. Damit ist der LAFC Mehrheitseigner des Schweizer Rekord-Champions. Der österreichische Verein Wacker Innsbruck ist ebenfalls im Besitz des US-Clubs. Verantwortlich für das Europa-Geschäft ist übrigens Ex-Ingolstadt-Boss Harald Gärtner. Und der australische Nationalspieler Irankunda ist das erste Juwel mit großer Perspektive, das via „Red and Gold“ den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen soll.

Das bayerisch-amerikanische Nachwuchsnetzwerk ist ebenfalls Mehrheitseigner von Racing de Montevideo in Uruguay und den Gambinos Stars Africa in Gambia. Das Talente-Konglomerat soll den Münchnern dabei helfen, Juwele frühzeitig zu entdecken und die Münchner Antwort auf sogenannte Multi-Club-Ownerships (zu deutsch: Mehrfachbeteiligungen) sein. So ist die City Football Group aus Abu Dhabi mit Manchester an der Spitze beispielsweise beteiligt oder im Besitz vom FC Girona (Spanien) und FC Palermo (Italien). Irankunda soll in Zürich beweisen, dass die Kooperation Früchte trägt.

Auch damit FCB-Sportdirektor Christoph Freund zukünftig weniger Verstärkungen einkaufen muss. Im Winter-Transferfenster des vergangenen Jahres, in dem der Österreicher erstmals offiziell an Neuzugängen arbeiten durfte, verpflichtete er mit Sacha Boey, Bryan Zaragoza und Eric Dier drei Spieler, von denen sich zwei als Flops herausstellten – nur Dier erfüllte seine Aufgabe seriös und souverän, wann immer er gebraucht wurde.

Der 30-Millionen-Euro-Transfer von Boey entpuppte sich dagegen als Totalausfall. Der Rechtsverteidiger ist aktuell zum vierten Mal seit seiner Ankunft verletzt. Doch selbst wenn Boey fit war, blieb er hinter seinen Erwartungen zurück und fiel mit Fehlern im Passspiel auf.

Wie unsere Zeitung erfuhr, waren schon bei seinem alten Verein Galatasaray Istanbul immer wieder kritische Stimmen aufgekommen, die sein technisches Niveau hinterfragten. Auch seine Verletzungsanfälligkeit war ein Thema. Entsprechend gerne nahm man die 30 Millionen an. Zwar bekam Boey zu Beginn unter Kompany mehr Spielzeit, nach unseren Informationen sieht ihn aber auch ein Teil der Mannschaft durchaus kritisch. Vor allem seine teils unsauberen technischen Fähigkeiten werden dabei bemängelt. Falls der FCB Boey nochmal abgeben will, würde Gala ihn jedoch gerne zurückholen, zum Beispiel per Leihe.
MANUEL BONKE,

VINZENT TSCHIRPKE

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