Bochum siegt am Grünen Tisch

von Redaktion

DFB-Urteil: „Skandalspiel“ bei Union Berlin wird mit 2:0 für den VfL gewertet

Bei seiner Aussage: VfL-Torwart Drewes (li.). © IMAGO

Frankfurt/Main – Sieg am Grünen Tisch für den VfL Bochum: Das „Skandalspiel von Köpenick“ wird mit 2:0 für das Bundesliga-Schlusslicht gewertet. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sah es nach der mündlichen Verhandlung am Donnerstag in Frankfurt/Main als erwiesen an, dass Bochum beim Duell bei Union Berlin irregulär geschwächt wurde. Gegen das Urteil kann binnen einer Woche beim DFB-Bundesgericht in Berufung gegangen werden.

„Entscheidungen am Grünen Tisch sind immer das allerletzte Mittel. Die Umstände ließen uns aber kaum andere Möglichkeiten“, begründete der Sportgerichtsvorsitzende Stephan Oberholz seine Entscheidung: „Wir konnten keine Aspekte eines Komplotts oder eines Schmierentheaters erkennen.“

Bochum hatte Einspruch gegen die Wertung des 1:1 im Kellerduell bei Union Berlin am 14. Dezember eingelegt und forderte drei Punkte. „Wir sind der Meinung, dass das Spiel hätte abgebrochen werden müssen“, sagte VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig. „Nach der Beweisaufnahme lässt der Sachverhalt nur eine Entscheidung zu – dass der VfL Bochum die Punkte zugesprochen bekommt“, betonte Bochums Anwalt Joachim Rain bei seinem Plädoyer. Die Union-Seite widersprach und forderte die Beibehaltung des Resultats – ohne Erfolg. Torhüter Patrick Drewes war kurz vor dem Abpfiff von einem Feuerzeug aus dem Union-Block am Kopf getroffen worden. Er konnte nicht weiterspielen, musste nach eigenen Angaben mit Schwindel und Übelkeit ins Krankenhaus. Die Partie wurde nach rund 30 Minuten Unterbrechung ohne Drewes fortgesetzt, das Ergebnis mit einem „Nichtangriffspakt“ ins Ziel gebracht. Laut Kaenzig habe Bochum „nur unter Protest“ weitergespielt.
SID

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