Angstgegner-Auftakt

von Redaktion

Bayern eröffnet die Titeljagd – ausgerechnet in Gladbach

Neuer ist nach seiner Rippen-Verletzung rechtzeitig fit geworden. © IMAGO

Eric Dier (ob.) wird beim Bundesliga-Auftakt neben Kim in der Startelf stehen. © Hoppe/dpa

Gegen Gladbach konnten die Bayern nur fünf der letzten zwölf Spiele gewinnen. © IMAGO/Ruiz

München – Ein halbes Jahr wollte Vincent Kompany abwarten, bevor er ein erstes Fazit seiner Bayern-Zeit zieht. Am Freitag war es soweit: „Wir waren sehr dominant. Das sieht man auf dem Platz, aber auch in den Match-Daten“, resümierte der Trainer vor der Partie am Samstag gegen Gladbach (18.30 Uhr, Sky) über die erste Saisonhälfte. Es habe zwar auch schwierige Phasen wie das 1:4 in Barcelona gegeben, aber: „Danach war die Reaktion so, wie sie sein muss. (Bayern gewann sieben Mal in Serie zu null). „In den schwierigen Momenten hat die Mannschaft Charakter gezeigt.“

Viel wichtiger als die letzte Saisonhälfte seien aber ohnehin die kommenden Wochen – in denen Kompany mit seinem Team viel vorhat: „Jetzt beginnt der zweite Teil, da werden die Titel vergeben. Ich möchte eine Mannschaft sehen, die sich weiter verbessern will.“ Wie das möglich ist, erklärte der Coach auch gleich: „Wir wollen noch weniger Abschlüsse zulassen, wir wollen noch mehr Tore schießen. Das ist eine Mentalitätsfrage. Wir wollen auch alle Spieler fit halten. Jetzt konzentrieren wir uns auf das, was wichtig ist: das nächste Spiel zu gewinnen.“

Dieses nächste Spiel, Bayerns Jahresauftakt in der Liga, führt die Kompany-Elf nach Gladbach, in den letzten Jahren einer der Angstgegner des Rekordmeisters. Aus den letzten zwölf Partien konnte der Rekordmeister nur fünf Spiele gewinnen – die schlechteste Bilanz gegen alle deutschen Gegner in diesem Zeitraum: „Vielleicht haben die Bayern mich deswegen geholt“, witzelte auch Max Eberl. Für den Sportvorstand ist die Partie eine Rückkehr in die alte Heimat, für Nostalgie haben die Verantwortlichen aber wenig Zeit. Vor dem Jahresauftakt hat der Rekordmeister nur noch vier Punkte Rückstand auf Verfolger Leverkusen, nach dem Top-Spiel stehen allein im Januar fünf weitere Duelle an.

Kompany will seinen Spielern in dieser heißen Saisonphase helfen, alle Störgeräusche von außen auszublenden – und greift dabei auf Tricks aus seiner eigenen Profi-Zeit zurück. „Wir hatten mit City in einer Saison 98 Punkte und der Zweite 97 Punkte. Man darf sich von äußeren Umständen und anderen Ergebnissen nicht zu sehr beeinflussen lassen“, erklärte der Coach. „Es ist wichtig, immer in diesem Tunnel zu bleiben. Ich versuche, die Mannschaft anzutreiben. Wenn sie Ruhe brauchen, versuche ich, die Ruhe reinzubringen und dass wir uns darauf fokussieren, was wir beeinflussen können.“

Nicht beeinflussen konnte der FCB den Gesundheitszustand von Jamal Musiala, der Topstar fällt mit einem grippalen Infekt aus. Manuel Neuer kann dagegen auflaufen, als zweiter Torwart reist nach der Nierenquetschung von Daniel Peretz Sven Ulreich mit. „Es ist Glück und Pech im selben Moment. Zum Glück ist Manuel Neuer wieder dabei. Pech ist, dass Daniel Peretz jetzt einige Wochen ausfällt.“ Musiala sei dagegen ein Spieler aus einer Kategorie, „die man nicht eins zu eins ersetzen kann“.

In der Innenverteidigung wird Eric Dier an der Seite von Minjae Kim auflaufen und den gelb-gesperrten Dayot Upamecano vertreten. Kompany vertraut aber auch seinem neuen Abwehrduo: „Wir wissen, was Eric kann.“
VINZENT TSCHIRPKE,

MANUEL BONKE

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