IM BLICKPUNKT

Dopingverdacht bei Bob-Anschieber

von Redaktion

In der auffälligen Dopingprobe von Bob-Anschieber und Ex-100-Meter-Sprinter Simon Wulff ist ein bei Wettkämpfen verbotenes Stimulanzmittel festgestellt worden. Dies hat die internationale Testagentur ITA mitgeteilt. Nachdem der Bob- und Schlittenverband Deutschland (BSD) Wulff vorsorglich freigestellt hat, ist offen, ob dem Anschieber von Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich nun weiterreichende Konsequenzen drohen.

Bei Wulff, der mit Friedrich bereits zwei Weltcup-Siege einfuhr, sei die Substanz Methylhexanamin in einer Probe gefunden worden, teilte die ITA mit. Stimulanzien wie Methylhexanamin tragen zur kurzfristigen Steigerung der körperlichen oder psychischen Leistungsfähigkeit bei und sind im Training erlaubt. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi war auch die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle positiv auf das Mittel getestet und für zwei Jahre gesperrt worden, der Internationale Sportgerichtshof Cas verkürzte die Sperre später auf sechs Monate. Sachenbacher-Stehle hatte den positiven Test mit der Einnahme eines verunreinigten Teepulvers erklärt.

Der deutsche Verband weiß erst seit Kurzem von der auffälligen Probe. „Darüber sind wir erst am Mittwoch von der internationalen Agentur ITA informiert worden. Der auffällige Test stammt vom 7. Dezember in Altenberg“, sagte der Vorstandsvorsitzende und Generalsekretär des Bob- und Schlittensportverbandes für Deutschland (BSD), Thomas Schwab. Nach Aussage von Schwab wird der 24 Jahre alte frühere Leichtathlet die Öffnung der B-Probe beantragen. Sollte das Ergebnis der A-Probe bestätigt werden, liege ein „bestätigter Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen“ vor, erklärte die ITA.

Ein mögliches Strafmaß könne erst nach einem Verfahren festgelegt werden, sagte Eva Bunthoff, Vorstandsmitglied der Nationalen Anti Doping Agentur: „In so einem Fall ist alles möglich, von einem Freispruch bis zu vier Jahren Sperre.“
IMAGO

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