DEL

„Den Fans das Geld zurückzahlen“

von Redaktion

EHC München bricht in Schwenningen auseinander – Schwere Kritik von Eder

Kein Bein auf den Boden gebracht: München mit Filip Varejcka. © Red Bull/City-Press

Schwenningen/München – Hat eine favorisierte Mannschaft schwer verloren, kann es schon mal passieren, dass kein Spieler bereit ist für das abschließende Interview beim DEL-Medienpartner MagentaSport. Am Sonntag in Schwenningen jedoch signalisierte ein Münchner, dass er bereitstünde: Andreas Eder. Der Stürmer des EHC Red Bull fand klare Worte zur Darbietung seines Teams und einer desaströsen 0:6 (0:1, 0:2, 0:3)-Niederlage. „Die Erklärung“, hob er an, „ist die gleiche wie die vergangenen eineinhalb Jahre. Wir rufen unsere Leistung nicht konstant ab.“ Am Freitag hätte man zuhause gegen Bremerhaven (1:2 nach Penaltyschießen) „ein ordentliches Spiel“ gezeigt, doch am Sonntag in Schwenningen „tauchen wir einfach nicht auf“, so Eder. Und weiter: „Den mitgereisten Fans müssen wir danke sagen und das Geld zurückzahlen. Das ist ein Skandal, wie wir aufgetreten sind.“

Im letzten Drittel brach der EHC komplett auseinander. Mit dem Optimismus, „dass wir in einem Drittel drei Tore schießen können“, war Nico Krämmer in den Schlussabschnitt gegangen. Trainer Max Kaltenhauser wollte nachhelfen und machte etwas, wovon er normal aufgrund der überschaubaren Erfolgsaussichten wenig hält: Er nahm seinen Torhüter frühzeitig vom Eis – bereits in der 52. Minute skatete Simon Wolf, der den abermals verletzt fehlenden Mathias Niederberger vertrat, zur Bank. Sechs Sekunden später war die Scheibe verloren, Philip Feist erzielte das 4:0 für die Schwenninger Wild Wings, die vom ehemaligen Münchner Co-Trainer Steve Walker gecoacht werden.

Und die Blamage nahm noch drastischere Züge an: SERC-Neuzugang Brett Ritchie nutzte einen Fehler von Simon Wolf zum 5:0 (56.), Arkadiusz Dziambor legte in Unterzahl das 6:0 nach (57.). Der EHC schwächelt im Powerplay, in zwölf der letzten 15 Spiele blieb er mit einem oder zwei Mann mehr ohne Treffer. Nico Krämmer sprach auch die eigenen „dummen Strafzeiten“ an. In der letzten halben Minute des ersten Drittels schafften es Filip Varejcka und Patrick Hager, auf die Strafbank zu müssen. Kapitän Hager wegen der Unbeherrschtheit, seinen Gegenspieler Tyson Spink nach einem regulären Check das Gesicht noch gegen die Plexiglasumrandung drücken zu müssen. Gut spielten die Münchner lediglich in der Anfangsphase, da holten sie eine Reihe guter Chancen heraus, lagen nach „Expected Goals“ klar vorne. Doch mit dem ersten Treffer der Wild Wings durch Sebastian Uvira (11.) geriet der EHC durcheinander. Fazit von Nico Krämmer: „Wir machen es uns selbst schwer.“
GÜNTER KLEIN

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