Xabi bleibt auf Bayern-Jagd

von Redaktion

Meister bejubelt 3:2-Sieg in Dortmund – Wirtz steht im Stau

Stau-Opfer, erst mal auf der Bank geparkt: Später brachte Alonso Florian Wirth aber doch noch. © IMAGO

Unwiderstehlich: Patrik Schick erzielte elf Tore bei seinen letzten sechs Einsätzen in der Liga. © Imago

Dortmund – Xabi Alonso klatschte zufrieden mit seinen ausgepumpten Spielern ab, die Fans sangen das Lied von der deutschen Meisterschaft. Doch bei Bayer Leverkusen überwog nach dem am Ende doch noch glücklichen 3:2 (3:1) bei Borussia Dortmund vor allem die Erleichterung. Blitzschnell hatte der Double-Gewinner am Freitagabend die Verzweiflungsabwehr der von einer Grippewelle enorm geschwächten Borussia zerrissen, um den Sieg in der Schlussphase fast noch zu verspielen.

Nach dem nun neunten Pflichtspielsieg in Serie sind die Bayern auch dank Doppeltorschütze Patrik Schick weiter vier Punkte entfernt. Nathan Tella nach nur 25 Sekunden und Schick (8./19.) nutzten die Probleme in der Not-Abwehr des BVB mit drei schnellen Toren, von denen sich die Gastgeber nur langsam erholten. Jamie Gittens (12.) brachte Dortmund nur kurz wieder heran, Serhou Guirassy per Foulelfmeter (79.) ließ die Westfalen dagegen wieder hoffen.

„Ich bin glücklich, dass ich mit zwei Toren helfen konnte“, sagte Schick bei DAZN: „Uns war egal, wer spielt. Wir hatten einen klaren Spielplan.“ Dortmunds Nationalspieler Julian Brandt bescheinigte den Leverkusenern eine „riesige Qualität, ich behaupte aber, dass wir auch unsere Aktien bei den Gegentoren haben“.

Die Dortmunder Personalprobleme hatten sich über Nacht ins Extreme multipliziert. Die Grippe rauschte durch den Kader und legte sechs Spieler flach – darunter sämtliche bleibenden Optionen für die Innenverteidigung. Pascal Groß fehlte überdies gesperrt, Niklas Süle verletzt. Die Not-Viererkette, innen bestehend aus Startelf-Debütant Yannik Lührs und Rechtsverteidiger Julian Ryerson, war bei lausiger Kälte mit dem Bayer-Ansturm komplett überfordert.

Bei Bayer wurde Granit Xhaka rechtzeitig fit, Florian Wirtz jedoch begann nach einiger Verwirrung um verschiedene kursierende Aufstellungen auf der Bank. Trainer Xabi Alonso nannte später den profanen Grund: Wirtz stand gemeinsam mit seinem Teamkollegen Exequiel Palacios im Stau und verpasste den Mannschaftstreffpunkt. „Er stand klassisch auf einer Kölner Brücke im Stau, die immer Probleme macht“, erklärte der Coach. Und zwar auf der A1-Brücke zwischen Köln und Leverkusen, die jeder rheinische Autofahrer und jede rheinische Autofahrerin meiden, wann immer es möglich ist. Doch auch ohne den Topstar in der Startelf reichte es zum Sieg.
DPA, SID

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