Wie ein Tsunami den Erzrivalen zerstört

von Redaktion

Barça mit 5:2-Galas über Real zum Supercopa-Triumph – Spaniens Presse feiert Flick

Flicks Supercopa-Helden: Das Team, das dem Ex-Bayer seinen ersten Titel als Barça-Coach bescherte. © afp

Riad – Der kleine und doch so besondere Pokal stand ganz vorne im Bus des FC Barcelona, als Hansi Flick am frühen Montag mit seiner müden Mannschaft wieder in der Heimat einrollte. Statt wie geplant in Saudi-Arabien zu trainieren, waren die Katalanen spontan noch in der Nacht zurückgeflogen, schließlich war Flick nach seinem ersten Titelgewinn als Barca-Coach in Geberlaune. Und für einen freien Tag nach dem Erfolg gegen Real Madrid nahmen die Stars die kurze Nacht gerne in Kauf.

„Ich bin sehr stolz auf meine Spieler. Wir haben eine der besten Mannschaften der Welt geschlagen – zum zweiten Mal“, hatte Flick wenige Stunden zuvor noch in Dschidda gesagt. Wie schon beim 4:0 in der Liga Ende Oktober düpierte Barca den Erzrivalen, diesmal mit einem 5:2 im Duell um die Supercopa. Und erneut hatte der deutsche Coach daran großen Anteil.

„Flick ist der Autor eines brillanten Triumphes. Der deutsche Trainer weiß eben nicht, wie man Endspiele verliert“, schrieb die Marca und verwies auf Flicks Sextuple mit Bayern 2020. Die Zeitung Sport verglich die erneute Demütigung Reals mit einem Hollywood-Film. Der Titel des Blockbusters: „Hansis Tsunami, Teil 2“.

Für Flick selbst kam der Triumph gerade recht, in der Liga war Barca nach gutem Start zuletzt auf Rang drei abgerutscht. „Bei großen Klubs wie diesem sind Titel immer das Ziel. Dafür arbeiten wir hart“, sagte der 59-Jährige auf der Pressekonferenz, auf der auch das Sprachen-Wirrwarr zwischen Arabisch, Spanisch, Katalanisch und Englisch seine gute Laune nicht stoppen konnte.

Auf dem Rückflug nach Barcelona durfte er dann die Schlagzeilen genießen. „Flick feiert einen monumentalen Sieg. Barca stieg auf seinen eigenen Zauberteppich“, schrieb El Mundo Deportivo über den Erfolg in der Wüste. Die Zeitung Sport kommentierte: „Hansi hat seinen ersten Titel in der Tasche. Ancelotti ist angezählt, Flick der klare Sieger.“

Zwei Dinge freuten Flick besonders: Der am Knie verletzte Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen war extra nach Saudi-Arabien gereist, um die Mannschaft vor Ort zu unterstützten. Und dann war da noch der Ex-Leipziger Dani Olmo, um dessen Spielberechtigung es ein wochenlanges Hickhack gegeben hatte und den Flick in der zweiten Halbzeit einwechselte.

Olmo wirkte nach dem Schlusspfiff wie befreit, tanzte auf dem Rasen und küsste immer wieder das Barca-Wappen: „Sechs Monate hier, schon der erste Titel“, sagte Olmo in die Kameras und fügte an: „Der erste Titel von vielen.“ Hansi Flick hätte sicher nichts dagegen.
SID

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