Kiel – Der Kieler Weg? Schon in der vergangenen, vom Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gekrönten Zweitliga-Saison rieben sich die Experten verwundert die Augen über Holstein Kiel. Über die Qualität, mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln, einer Mannschaft ohne große Namen und einem kleinen Stadion ohne jeden Komfort die hochkarätige Konkurrenz abzuhängen.
Und jetzt? Der verdiente 4:2 (3:0)-Heimtriumph gegen das teure und vor der Saison für rund 80 Millionen Euro verstärkte Starensemble von Borussia Dortmund lässt alle Holstein-Fans und Fußball-Romantiker davon träumen, dass der Aufsteiger in der ersten Liga kein sportliches One-Hit-Wonder bleibt.
„Wie die Jungs heute gekämpft haben und füreinander eingestanden sind, das zeigt, was ein kleiner Verein zustande bringen kann“, sagte der Vizekapitän Timo Becker, der als früherer Spieler und glühender Anhänger des FC Schalke 04 besonders euphorisiert über den Sieg gegen den BVB war.
Shuto Machino (27.), Phil Harres (32.) und Alexander Bernhardsson (45.+4) hatten die Holstein-Fans mit ihren Treffern schon zur Pause in pure Ekstase versetzt. Und trotz der Gegentreffer von Giovanni Reyna (71.) und Jamie Gittens (77.) reichte es am Ende zum dritten Sieg der Saison. Ausgerechnet Joker Fiete Arp (90.+8), der am Samstag zuvor beim 2:3 in Freiburg in der Nachspielzeit noch mit einer Riesenchance zum Ausgleich gescheitert war, beendete mit seinem Schuss aus 40 Metern ins verwaiste BVB-Tor das große Zittern.