Kommt es zum „Mexit“?

von Redaktion

15 Tore, zehn Vorlagen: Frankfurts Marmoush auf dem Sprung zu Pep

Trifft aus allen Lagen: Omar Marmoush überragte auch gegen Freiburg. © IMAGO

Frankfurt – In der Causa Omar Marmoush war Trainer Dino Toppmöller so schlau wie alle anderen. Geht er? Bleibt er bei Eintracht Frankfurt? Wann macht Manchester City bei dem 25 Jahre alten Ägypter ernst? Spielt er an diesem Freitag gegen Borussia Dortmund? Toppmöller machte es kurz: „Weiß ich nicht.“ Das hielt den 44-Jährigen nicht davon ab, nach einer Rekord-Hinrunde in der Bundesliga und dem dominanten 4:1 gegen den SC Freiburg losgelöst zu scherzen.

Als ein Reporter die immer häufiger fehlende Fußball-Romantik ins Gespräch einbrachte und sich nach einem Verbleib von Marmoush (15 Tore und 10 Assists in 17 Spielen) zumindest bis zum Saisonende sehnte, verwies Toppmöller salopp auf die vier neuen Tische im Pressekonferenz-Raum – man könne eben nicht alles haben. Die Lacher hatte der Eintracht-Trainer damit definitiv auf seiner Seite.

Um kurz vor Mitternacht verließ Toppmöller dann lockeren Schrittes die Arena. Das furiose Abendspiel zeigte ihm: Auch ohne Ausnahmekönner Marmoush, der ein Tor und zwei Assists beisteuerte, gibt es für Toppmöller allen Grund, mit positiven Gefühlen in die Rückserie zu starten. „Das Herz geht mir auf, wenn ich unseren tollen Spirit sehe und dass wir eine gute Energie auf den Platz bekommen. Dieser Spirit kann uns sehr weit tragen“, sagte der Trainer.

Finanziell weit tragen könnten die Eintracht auch die kolportierten 80 Millionen Euro, die ein Verkauf von Marmoush an den englischen Meister Man City bringen dürfte. Der „Mexit“, wie einzelne Medien den bevorstehenden Abgang in Anspielung auf Großbritanniens EU-Austritt („Brexit“) bereits nannten, scheint in den Tagen bis zur Schließung des Transferfensters nur noch eine Frage der Zeit.

Marmoush wird vermisst werden, nicht nur sportlich. „Ein Super-Junge, der immer versucht, für das Team das Beste zu tun. Er nimmt sich gar nicht so wichtig. Er hat uns mit seiner Qualität wieder extrem geholfen. Er ist kein Egoist, sondern ein super Teamplayer“, beschrieb Toppmöller den Stürmer, der mit Hugo Ekitiké auf dem Rasen ein exzellent funktionierendes Sturmduo bildet.

Einen Seitenhieb in Richtung Randal Kolo Muani konnte sich Toppmöller nicht verkneifen. Mit Blick auf Marmoushs vorbildliches Verhalten sagte der Trainer: „Wir haben das auch schon anders kennengelernt.“ Kolo Muani hatte im Sommer 2023 gestreikt, um seinen Wechsel zu Paris Saint-Germain zu erzwingen. Der Transfer erfolgte dann in letzter Minute. Die Ablösesumme war damals sogar noch höher als nun für Marmoush, für den Man City am Dienstag ein erstes Angebot abgegeben haben soll.

Während Frankfurt inzwischen wieder nach einer Teilnahme in der Königsklasse greift, wurde Vize-Weltmeister Kolo Muani in Paris bislang nicht glücklich. Nun steht für den 26-Jährigen eine Leihe zu Italiens Eliteclub Juventus Turin an.

Sportvorstand Markus Krösche hat also durchaus Erfahrung bei derartigen Transfergeschäften mit europäischen Großclubs. Krösche sei „ein absoluter Fachmann und jemand, den du da nicht einfach mal so mit viel Geld ködern kannst“, betonte Ex-Nationalspieler Michael Ballack im Podcast „Kicker meets DAZN“.

Genau so präsentierte sich der 44-Jährige am späten Dienstagabend nach dem Sieg auch in der Interview-Zone der Arena. Krösche klang wie eine Schallplatte, die wieder und wieder dasselbe Lied abspielte. „Es gibt Interesse eines Clubs, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Den Satz wiederholte er so oder so ähnlich den ganzen Abend.
DPA

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