Auf Rollen geht es für die Biathlon-Stars durch den Münchner Olympiapark. © IBU
Ruhpolding/München – Nach den European Games 2022 und der Fußball-EM 2024 bekommen die Münchner auch in diesem Jahr ein besonderes Sportangebot. Denn die Biathlon-Welt kommt am 18. und 19. Oktober in die Landeshauptstadt. Loop One heißt das Biathlon-Festival im Olympiapark, das bis mindestens 2027 einen festen Platz im Terminkalender des Weltverbands IBU hat. „Ich finde das megacool. Jeder hat die Sportevents zuletzt in München verfolgt. Da gab es immer eine große Begeisterung. Ich hoffe, dass auch Biathlon für so eine Begeisterung sorgen kann“, sagte die Gesamtweltcup-Führende Franziska Preuß zu dem neuen City-Biathlon.
Dabei hatte es der Wintersport im Münchner Sportzentrum bisher schwer. Nur zweimal (2011 und 2013) gingen die Alpinen Skifahrer im Parallelslalom am Olympiaberg an den Start. Nach mehreren wetterbedingten Absagen zogen die Veranstalter die Reißleine. Der fehlende Schnee wird im Oktober aber kein Problem darstellen. Denn die Stars der Szene rollen auf ihren Rollski durch den Park.
Am ersten Tag stehen die Para-Athleten und der Biathlon-Nachwuchs im Rampenlicht, am zweiten treten 60 Top-Athleten aus dem Weltcup an. Alle großen Nationen haben bereits zugesagt für das Event im „Super-Sprint-Format“, wie es IBU-Generalsekretär Max Cobb im Gespräch mit unserer Zeitung nannte. Je 15 Biathleten starten in vier einzelnen Rennen (Heats) über drei etwa 1,8 Kilometer langen Runden und müssen je einmal liegend und stehend schießen. Gewöhnen müssen sich die Sportler vielleicht an den speziellen Schießstand. Denn die Scheiben befinden sich auf dem Olympiasee. Die ersten drei eines Heats sowie die drei Zeitschnellsten (Lucky Loser) qualifizieren sich für das Finale der Top-15, wo es laut der IBU um ähnlich viel Geld wie im Weltcup geht. Für den Sieg in einem Einzelrennen gibt es in dieser Saison 15 000 Euro.
Den Biathlon „von den Bergen oder aus dem Wald in die Stadt holen“, formulierte Cobb das Vorhaben der IBU. Wie es bei solchen Events oft der Fall ist, wolle man eine neue Zielgruppe ansprechen. „Es ist eine große Chance, den Fans etwas Neues anzubieten und neue Fans zu erreichen“, so Cobb. Im Festival-Bereich zwischen Olympiahalle und -stadion können sowohl Kinder als auch Erwachsene beispielsweise das Schießen (mit einem Lasergewehr) ausprobieren.
Der sportliche Wert des Events hält sich ähnlich wie bei der World-Team-Challenge auf Schalke eher in Grenzen. Die Athleten befinden sich alle noch mitten in der Vorbereitung auf den Weltcup. Erst sechs Wochen später, am 29. November, ist der offizielle Saisonauftakt in Östersund (Schweden).
ALEXANDER VORMSTEIN