Zurück im Meistermodus

von Redaktion

Leverkusen siegt weiter – vom Titel redet (noch) niemand

Der Zauberfuß: Grimaldo trifft zum 1:0. © Becker/dpa

Sie jubeln wieder: Nicht nur Trainer Xabi Alonso sieht Bayer Leverkusen schon wieder in der Form des glanzvollen Vorjahres, in dem man nur ein Pflichtspiel verlor. © IMAGO

Leverkusen – Mit dem nächsten Sieg seiner unersättlichen Bayern-Jäger wollte sich Xabi Alonso nicht zu lange aufhalten. „Wir haben unser bestes Niveau erreicht – aber es gibt keine Zeit, um nachzulassen“, sagte der Trainer von Double-Gewinner Bayer Leverkusen nach dem zehnten Pflichtspielsieg in Serie – zumal „die Rückrunde normalerweise etwas härter“ wird, wie Alonso betonte.

Alejandro Grimaldo hatte den glanzlosen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Mainz 05 mit einem feinen Freistoßtreffer herausgeschossen, Der spanische Linksfuß ist mittlerweile für seine Freistoßkünste bekannt, vor allem wenn der Ball wie beim Siegtreffer (48.) halbrechts knapp vor dem Strafraum liegt. Sein Trainer Xabi Alonso hatte jedenfalls schon geahnt, was kommen würde. „Als ich ihn in dieser Position gesehen habe, wusste ich: Wir haben eine gute Chance. Ich dachte: ‚Come on Grimi, Come on Grimi‘“, sagte er.

Der Sieg gegen den Favoritenschreck und Überraschungsteam aus Mainz zum Hinrundenabschluss tat deshalb doppelt gut, die Werkself blieb Tabellenführer Bayern München unbeirrt auf den Fersen und stärkte einmal mehr das eigene Selbstverständnis. „„Es ist nicht immer einfach, über 90 Minuten so viel Geduld zu haben. Am Ende der Saison fragt dich niemand, wie das Spiel gegen Mainz war. Die drei Punkte sind hier in Leverkusen geblieben und wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht“, sagte Anführer Granit Xhaka.

Schon beim 3:2-Sieg in Dortmund hatten die Leverkusener gezeigt, dass sie die herausragende Vorweihnachtsform mit ins neue Jahr gebracht haben – und sich auf der Jagd nach drei Titeln auch von personellen Rückschlägen nicht aus dem Tritt bringen lassen. In Dortmund dominierte die Werkself auch ohne Ausnahmekönner Florian Wirtz (staubedingt verpasste Mannschaftssitzung) in der Startelf, gegen Mainz fiel nun Abwehrchef Jonathan Tah (Erkältung) kurzfristig aus. „Es ist wichtig, dass wir auch in so einer Situation bereit sind“, sagte Alonso: „Heute war die Chance, um zu zeigen: Wir können es auch ohne Jona.“

Und das tat der Meister. Während die Defensive im Herbst noch die Achillesferse der Werkself war, steht diese mit nur fünf Gegentoren in den vergangenen neun Pflichtspielen mittlerweile felsenfest – Grimaldos Geniestreich reichte gegen Mainz zum Sieg. „Die Offensive gewinnt die Spiele, die Defensive gewinnt Titel“, sagte Xhaka: „Das war auch unsere Stärke letztes Jahr.“

In diesem hatten die Leverkusener bekanntlich das Double gewonnen und waren bis ins Finale der Europa League gestürmt, wo es die letztlich gegen Atalanta Bergamo die – wenn auch schmerzhafte – einzige Niederlage . In dieser Form ist der Werkself auch in dieser Saison ein ähnlicher Angriff auf die Titel zuzutrauen. Granit Xhaka bleibt trotz der Erfolgsserie zurückhaltend. „Diese Mentalität müssen wir weiter auf den Platz bringen. Es ist wichtig, dass wir auf uns schauen. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Spiele gewinnen und unsere Aufgaben erledigen. Die Punkte müssen einfach hier in Leverkusen bleiben. Das ist es, was zählt“, sagte der 32 Jahre alte Mittelfeldspieler

In einem heißen Januar mit insgesamt sechs Pflichtspielen steht schon am Samstag (18.30 Uhr/Sky) das Rheinderby gegen Mönchengladbach an, ehe die Leverkusener am Dienstag im Hexenkessel von Atletico Madrid gastieren. Von Titeln reden will niemand. Noch.
SID

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