Im Anflug? Köln-Keeper Urbig soll nächste Woche kommen. © IMAGO
Im Fokus: Bischof (li.) gilt als großes Talent auf der Sechs. © Imago
München – Der FC Bayern macht Nägel mit Köpfen. Quasi parallel zum 5:0-Sieg gegen Hoffenheim wurde am Mittwochabend publik, dass sich der Rekordmeister wohl gleich zwei Talente für die Zukunft geangelt hat: Kölns Jonas Urbig (21) soll noch diesen Winter kommen, Hoffenheims Tom Bischof (19) ablösefrei im Sommer.
Talente-Jagd
Auf den ersten Blick ergeben beide Transfers Sinn, schließlich gelten sowohl Urbig, als auch Bischof als größte deutsche Talente in ihrem Jahrgang. Gerade mit Bischof, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und an dem die Münchner bereits in der Jugend großes Interesse hatten, gehen die Verantwortlichen kaum Risiko ein. Zwar stellt sich die Frage, ob Bischof sich im Mittelfeld durchsetzen kann, Max Eberl sagte zu dieser Thematik aber: „Ich glaube, Bayern hat es in der Vergangenheit immer wieder gehabt, dass junge Spieler eine Rolle gespielt haben“, und verwies auf Kimmich, Pavlovic und Musiala, die alle den Sprung vom Talent zum Stammspieler geschafft haben. „Das ist für uns eine strategische Entscheidung, die wir zu fällen haben.“
Heißt: Im besten Fall setzt sich Bischof durch, anders als zuletzt beim 50-Mio.-Euro-Wechsel von Palhinha kaufen die Verantwortlichen aber keinen fertigen Spieler, sondern nutzen schlicht die Chance für eine günstige Wette auf die Zukunft.
Dasselbe gilt für Torwart Urbig, bei dem die Planung aber deutlich konkreter ist. Weil Daniel Peretz (Nierenquetschung) weiter ausfällt, sehen die Verantwortlichen auf der Torwartposition Handlungsbedarf. Nach Informationen unserer Zeitung hat der FC Köln ein erstes Angebot der Münchner in Höhe von 5 Millionen abgelehnt, nun steht eine Einigung im Bereich von 8 bis 10 Mio. Euro bevor. Dabei hatte der Rekordmeister große Konkurrenz von Bayer Leverkusen und anderen Clubs aus der Premier League. Urbig soll im besten Fall Manuel Neuer nach dem Sommer 2026 beerben. Ob dieser Plan aufgeht, ist aber fraglich: Der Keeper hat in dieser Saison seinen Stammplatz in Köln verloren, ob er in anderthalb Jahren, in denen er wohl auch in München größtenteils auf der Bank sitzt, genug Format fürs Münchner Tor hat, bleibt abzuwarten.
Wie sich der Kader entwickelt, beobachtet auch Joshua Kimmich ganz genau. Der Nationalspieler macht eine Verlängerung wohl vom Schicksal seiner Mitspieler Musiala und Davies abhängig. Auf Oliver Kahns Vorschlag, Kimmich ein Ultimatum zu setzen, entgegnete Eberl jedoch: „Von Ultimaten halte ich relativ wenig. Das ist für mich kein Zeichen von Stärke zu sagen, bis zu dem Tag musst du dich entscheiden.“ In den Verhandlungen mit Davies hatte Eberl im März 2024 noch genau ein solches Ultimatum gestellt – und zwar nur für zwei Wochen. Das wurde längst wieder einkassiert.
Müller scherzt
Laut „A Bola“ hat der FC Bayern außerdem Interesse an Sporting Lissabons Innenverteidiger Ousmane Diomande (21), der eine Ausstiegsklausel von 80 Mio. Euro besitzt. Die Kaderplanung der Zukunft ist also in vollem Gange – und nimmt aktuell so rasante Züge an, dass selbst Thomas Müller nicht mehr mitkommt: „Vielleicht werde ich ja noch verkauft im Januar“, witzelte die Vereinslegende. Bezüglich seiner Verlängerung müsse er noch die „Pro- und Kontralisten“ abwägen.
V. TSCHIRPKE, H. RAIF, P. KESSLER