Kane im Club der Fünfziger

von Redaktion

Sternstunde: Gegen Zagreb traf Kane vier Mal. © IMAGO

München – Es gibt Dinge, die sind selbst in den Karrieren von Fußball-Urgesteinen noch nie passiert. Und so kannte auch Harry Kane das berühmt-berüchtigte „De Kuip“ bis zum Mittwoch nicht. Das abfallende Dach, die Nähe der Zuschauer, die Stimmung, die an Stadien in seiner Heimat erinnert: Für die Bayern war das beim Gastspiel in der Champions-League-Ligaphase bei Feyenoord Rotterdam (Spielschluss nach Drucklegung dieser Ausgabe) Neuland – und für Kane noch dazu etwas Besonderes für einen besonderen Anlass. Die herrliche Kulisse galt nämlich auch als Bühne für den 50. Königsklassen-Einsatz seiner Karriere.

Nur Erling Haaland und Ruud van Nistelrooy trafen nach 50 Spielen öfter

49 waren es bei der Abreise aus München gewesen, mit Blick auf Rekordmann Cristiano Ronaldo (183 Einsätze) oder Mannschaftskollegen Thomas Müller (156/Platz 4) eigentlich zu vernachlässigen. Und trotzdem ist Kanes kleiner Meilenstein einer mit Aussagekraft. Bereits 34 Tore nämlich waren dem 31-Jährigen bis zum Mittwoch gelungen, in den ersten 50 Einsätzen ihrer Karriere netzten nur der Ex-Dortmunder Erling Haaland (46 in 45 Spielen) und Holland-Legende Ruud van Nistelrooy (43) mehr ein. Glaubt man Kane die Worte, die er erst vergangene Woche in der L‘Equipe äußerte („der beste Harry Kane liegt noch vor uns“), schwingt er sich auf, mindestens die Top Ten der erfolgreichsten Königsklassen-Schützen in Angriff zu nehmen.

Es liegt in der Natur des Beruf Stürmers, sich persönliche Ziele zu setzen – und trotzdem ist der Fall von Kane inzwischen anders gelagert. Denn von Bestmarken und Auszeichnungen hat der Ex-Tottenhamer definitiv genug. Erst im Sommer wurde er mit dem Goldenen Schuh für Europas besten Torschützen ausgezeichnet, neunmal war er in verschiedenen Wettbewerben bereits Torschützenkönig. Er gibt inzwischen offen zu: „Ich beginne jede Saison mit dem Ziel, Mannschaftstrophäen zu gewinnen, und bin nicht zufrieden damit, nur auf individueller Ebene hervorzustechen.“ Frei übersetzt: Das „De Kuip“ soll also nur eine Durchgangsstation sein – für das erste Mal der richtigen Art. Am 31. Mai in München.
H. RAIF, M. BONKE

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