Eric Cantona ärgerte sich über seine rote Karte, doch anstatt seine Strafe und die Buhrufe der pöbelnden Fans im Selhurst Park zu akzeptieren, brannten Cantona die Sicherungen durch.
Zwei Meter nahm der Superstar von Manchester United Anlauf, dann streckte er Matthew Simmons, einen Fan von Crystal Palace mit einem Kung-Fu-Tritt nieder und schlug mit der Faust auf den flüchtenden Mann ein. Mit seinem Ausraster schrieb der Franzose ein Stück Fußball-Geschichte. Dem spektakulären Tritt folgte eine achtmonatige Sperre, Cantona entging nur knapp einer Gefängnisstrafe. „Ich bereue an der Tat nur eine Sache: Ich hätte ihn liebend gerne noch härter getreten“, sagte der mittlerweile 58-Jährige.
Genau 30 Jahre ist Cantonas Selbstjustiz am Samstag her. All das geschah wohl nur, weil Simmons ihn, seine Mutter und seine Herkunft beleidigt haben soll. „Verdammte Lüge“, sagte er dem Magazin 11Freunde einmal: „Cantona ist und bleibt ein Dreckskerl“.
Er sei „tausende Male beleidigt worden und habe nie reagiert, aber manchmal ist man verletzlich“, rechtfertigte Cantona seinen Blackout, den er aber als einen echten Karriere-Höhepunkt sieht. Er habe sich dazu hinreißen lassen, um „die Fans glücklich“ zu machen, sagte Cantona einst, „vielleicht träumen viele davon, diese Art von Menschen zu treten. Ich habe es für sie getan.“
Für seine Beschimpfung wurde Simmons zu einer Geldstrafe und einem Jahr Stadionverbot verurteilt. Bei der Urteilsverkündung eiferte er Angreifer Cantona nach: Er stürzte sich über die Richterbank, um den Staatsanwalt Jeffrey McCann anzugreifen – und landete dafür selber eine Woche im Gefängnis.
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