Jetzt bloß keine Krise!

von Redaktion

Der FC Bayern und Trainer Kompany gegen Freiburg unter Druck

Kimmich, Kane & Co. drohen in der Champions League die Playoffs – schwerer Gegner inklusive. © IMAGO/Kröger

Vincent Kompany mit Aushilfspressesprecher Holger Quest (li.) und Sportdirektor Christoph Freund.

München – Nach der Klatsche in Rotterdam wurden die Forderungen nach Wintertransfers lauter, am Freitag wehte zumindest auf der Pressekonferenz des FC Bayern frischer Wind: An der Seite von Vincent Kompany und Christoph Freund nahm Holger Quest Platz und leitete die Journalistenrunde – der Mitarbeiter aus der Kommunikationsabteilung, der sich vor allem um internationale Medien kümmert, vertrat aber nur übergangsweise den Pressesprecher Dieter Nickles, der aufgrund von Ausgleichstagen fehlte.

Um Änderungen auf dem Platz ging es anschließend trotzdem – schließlich steht der Rekordmeister und sein Trainer vor der Partie gegen Freiburg am Samstag (15.30 Uhr, Sky) gehörig unter Druck. „Unsere ganze Saison muss eine Reaktion sein, das haben wir von Anfang an gesagt“, erklärte Kompany. „Es ist wichtig, dass wir darüber reden, was wir besser machen müssen. Damit wir wieder ganz oben dabei sein können, müssen wir unseren Weg gehen. Hoffentlich kommt die Antwort auf dem Platz.“

Konkret heißt das: Der Rekordmeister soll gegen Freiburg sicherer stehen, darf nicht so einfache Konter zulassen und muss an seiner Chancenverwertung arbeiten. „Freiburg ist gerade in Heimspielen sehr stark. Sie sind eine Mannschaft mit Intensität und Geschwindigkeit, eine Mannschaft, die kämpft.“ Das Ziel ist für Kompany trotzdem klar: „Jedes Spiel gewinnen! Du musst in jedem Moment da sein, um die Titel zu holen.“

Auf dem Weg dahin erwartet den FCB aber ein schweres Programm. Das 0:3 in Rotterdam bedeutet, dass der Rekordmeister ziemlich sicher zwei Playoff-Spiele im Februar absolvieren muss, die am 11./12. und dem 18./19. Februar datiert sind. Am Samstag dazwischen (15. Februar) findet das Schicksalsspiel in Leverkusen statt – vor fast genau einem Jahr verspielte der Rekordmeister dort die Meisterschaft.

Entsprechend ist der FC Bayern gewarnt. Leise Parallelen zur letzten Tuchel-Saison – ein guter Start, das überraschende Aus im DFB-Pokal und immer häufigere negative Ausschläge über den Winter – sind da. Damit aus diesen Vorzeichen keine handfeste Krise wird, ist ein Sieg in Freiburg Pflicht.

Doch ausgerechnet jetzt plagen die Münchner Abwehr-Sorgen. Rechtsverteidiger Konrad Laimer gelb-gesperrt, Linksverteidiger Alphonso Davies zog sich in Feyenoord einen Muskelfaserriss im linken hinteren Oberschenkel zu. Wie lange der Kanadier insgesamt ausfallen wird, konnte Kompany noch nicht sagen. „Bei Phonzy müssen wir ein bisschen abwarten. Vielleicht können wir da in einer anderen Pressekonferenz darüber sprechen“, so der Belgier kryptisch. Mittlerweile ist die Rede von einem größeren Faserriss und vier bis sechs Wochen Pause.

Raphael Guerreiro wird Davies gegen die Breisgauer links hinten ersetzen. Die größere Frage: Wer spielt dann statt Laimer? Sacha Boey und Josip Stanisic sind zwar nach Verletzungen wieder im Kader. Spielpraxis fehlt ihnen allerdings. Unwahrscheinlich, dass einer der beiden dann gleich von Beginn an aufläuft.

„Wir haben Möglichkeiten, wir können das auch kreativ ersetzen“, betonte Kompany. Naheliegend wäre, dass Joshua Kimmich vom Mittelfeldzentrum nach rechts in die Viererkette rutscht. Beim 2:0 Anfang September gegen Freiburg wählte Kompany eine solche „kreative“ Variante. Kimmich war damals eine Hybrid-Lösung im Mittelfeld und rechts in der Abwehr. Grund dafür war Freiburgs Vincenzo Grifo, der links außen eingesetzt wird, aber oft in die Mitte zieht.

Auch in der Innenverteidigung könnte es einen Wechsel geben. Dayot Upamecano klagte in Rotterdam über Schmerzen im Beckenbereich. Möglich, dass Eric Dier beginnt.
V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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