Zaubert die NBA in München?

von Redaktion

Paris-Spiele mit „Wemby“ großer Erfolg – Liga schielt auf deutschen Markt

Schätzt Deutschland: NBA-Boss Adam Silver. © IMAGO

Der SAP Garden würde sich schon jetzt perfekt für ein NBA-Spiel eignen. © IMAGO

Paris – Läuft man dieser Tage durch Paris, merkt man schnell, dass die Olympischen Spiele vorbei sind. Denn es wird wieder an jeder Ecke gestreikt. Doch bei einer Sache sind sich zumindest die französischen Sportfans einig: der Liebe zu Victor Wembanyama. Zwar nur 2,21 m statt 312 m, aber der Basketball-Star stellt sogar den Eiffelturm in den Schatten. Im Rahmen der „NBA Paris Games“ gewannen die San Antonio Spurs 140:110 gegen die Indiana Pacers, Wemby überragte für die Spurs mit 30 Punkten, sechs Vorlagen und elf Rebounds. Über 15 000 Fans feierten Wembanyama wie einen Messias, am Samstag steigt das nächste Aufeinandertreffen. Beide Spiele waren innerhalb von 24 Stunden ausverkauft, mit Fans aus 53 Ländern.

Zaubern die Stars aus der besten Basketball-Liga der Welt bald in Deutschland? Die Verantwortlichen der NBA haben genau verfolgt, wie erfolgreich die Spiele der National Football League verlaufen. Zudem gibt es immer mehr deutsche NBA-Stars, Deutschland ist Weltmeister bei den Herren und 3×3-Olympiasieger bei den Frauen. „Deutschland ist sehr wichtig. Die Popularität von Basketball in Deutschland war nie größer“, sagte Mark Tatum, stellvertretender Commissioner der NBA in Paris: „Jede größere Stadt hat sich bei uns gemeldet, um NBA-Spiele auszutragen: London, Manchester, München…“

Moment mal, München? Auf Nachfrage bei Sportbürgermeisterin Verena Dietl und dem Referat für Bildung und Sport hieß es, dass dazu „nichts bekannt“ sei. Letztes Jahr verkündete das Sportreferat aber bereits, dass der neue SAP Garden „weitere Optionen über den Ligabetrieb hinaus“ ermögliche, so zum Beispiel „Pflichtspiele der großen nordamerikanischen Profiligen NBA und NHL nach dem Vorbild der NFL Games.“

Die Stadt München will sich auch als Sportstadt präsentieren. Mit den NFL-Spielen hat das bislang hervorragend geklappt. Nicht nur für das weltweite Image, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. Die zweite NFL-Partie in der Allianz Arena vergangenes Jahr zwischen den New York Giants und Carolina Panthers ergab 48 Millionen Euro direkte Einnahmen.

Ob er eine Botschaft für die deutschen NBA-Fans habe, wurde Adam Silver, Boss der NBA gefragt: „Stay tuned!“, also seid gespannt. „Wir prüfen sehr genau, ob wir ein reguläres Saisonspiel nach Deutschland bringen können“, sagte Silver. „Das ist etwas, worauf sich unser Büro in Europa in exakt diesem Moment konzentriert.“ Zudem verkündete der 62-Jährige, dass es unklar sei, ob die NBA nächstes Jahr nach Paris zurückkehrt, aber gewiss nach Europa.

In Deutschland sind München und Berlin die wahrscheinlichsten Optionen. München kann US-Sport, das wurde zweimal eindrucksvoll bewiesen. Zudem bietet der SAP Garden alle Möglichkeiten, NBA und Garden-Verantwortliche sind bereits im Austausch. Berlin hat die Uber Arena, zudem mit Moritz und Franz Wagner zwei sehr erfolgreiche „Local Heroes“.

Wemby, Spitzname „Alien“, schwärmte von der Atmosphäre in Paris. Und wahrscheinlich landen die Außerirdischen bald auch in einer Halle in Deutschland.
NICO-MARIUS SCHMITZ

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