Bayern zieht Xabi davon

von Redaktion

Münchner siegen wie ein „Topteam“ und nutzen Leverkusens Patzer

Köpfte ein: Minjae Kim. © IMAGO

Geknickt: Leverkusen verspielte eine 2:0-Führung gegen Leipzig. © IMAGO

„Gehört zu den schönsten Siegen“: Kimmich, Müller und Kane jubelten ausgiebig nach dem Sieg in Freiburg. © IMAGO

Freiburg – Die gute Laune war unüberhörbar. Aus den Katakomben des Freiburger Europa-Park-Stadions dröhnte nach dem 2:1 (1:0)-Sieg des FC Bayern „Love yourself“ von Justin Bieber. Eine Überleitung auf den Gemütszustand der Münchner wäre an dieser Stelle wohl etwas zu billig, trotzdem merkte man nach diesem Arbeitssieg am Samstag, wie viel Last von den Schultern des Rekordmeisters fiel – und wie zufrieden die Protagonisten mit der Art und Weise des Erfolgs waren.

„Es war schon ein geiles Gefühl, so zu gewinnen“, verriet Joshua Kimmich nach Abpfiff und meinte damit: „Es war wirklich sehr, sehr viel Mentalität gefragt. Wir hatten sicher schon Spiele, in denen wir fußballerisch und technisch besser gespielt haben. Aber dieser Sieg hat uns gutgetan – vor allem die Art und Weise, wie wir heute gewonnen haben.“

Schließlich hatte sich der FCB diesen Auswärtssieg eher erarbeitet als erzwungen. Durch Tore von Harry Kane und Minjae Kim lagen die Münchner zunächst souverän vorne, nach dem Anschlusstreffer von Matthias Ginter geriet der Rekordmeister aber noch mal gehörig ins Schwimmen. „Wir haben bestimmt nicht unser brillantestes Spiel gemacht, aber man hat gemerkt, dass wir gewinnen wollten. Von der Moral her war das ein sehr, sehr wichtiges Spiel von uns“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Vincent Kompany ergänzte: „Heute war es nicht unser schönstes Spiel, aber es gehört zu den schönsten Siegen.“

Warum dieser Erfolg so schön war, lässt sich durch anhand zweier Dinge begründen. Weil Bayer Leverkusen beim 2:2-Unentschieden gegen RB Leipzig eine 2:0-Führung verspielte und mit einem späten Eigentor zwei Punkte verlor, wächst der Vorsprung auf die Elf von Xabi Alonso auf sechs Punkte. „Wir wollten den Vorsprung halten, das ist etwas, an dem wir arbeiten müssen. Heute hatten wir die Chance ‚to kill the game‘ – leider haben wir sie nicht genutzt“, sagte der Trainer. „Wir hatten genug Chancen für das dritte Tor. Das Ende ist etwas unglücklich und das Ergebnis ärgerlich.“ Auch Bayer-Torwart Lukas Hradecky monierte: „Das ist ärgerlich und unnötig.“ Pechvogel Florian Wirtz war vor Enttäuschung kaum noch zu trösten. Der Zauberkünstler hätte das Spitzenspiel im Alleingang entscheiden können – doch gleich dreimal stand ihm der Pfosten im Weg.

Der FC Bayern hingegen zeigte die richtige Reaktion auf die bittere Pleite in Rotterdam.

Beim 0:3 unter der Woche spielte der FCB zwar gewohnt dominant, fing sich aber drei Gegentore aus Kontern und lief letztlich ins offene Messer. Kimmich kritisierte damals schonungslos: „Wir müssen uns schon eingestehen, dass wir momentan keine Spitzenmannschaft sind.“

Dass seine Mannschaft in Freiburg dagegen ein Spiel eher glücklich über die Zeit rettete, nun aber als großer Gewinner im Meisterschaftskampf aus dem Spieltag geht und somit eher wie ein „Topteam“ auftrat, freute den DFB-Kapitän besonders. „Es war für uns sehr, sehr wichtig heute diese Reaktion zu zeigen. Das Spiel kam zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben genau das auf den Platz gebracht, was wir gebraucht haben, um zu gewinnen.“

Mini-Chance

Am Mittwoch geht es für Kimmich und Co. ins letzte Champions-League-Gruppenspiel gegen Slovan Bratislava (21 Uhr/ DAZN) – dort wollen sie die nächste Reaktion zeigen und sich die Mini-Chance auf den direkten Achtelfinaleinzug bewahren.
V. TSCHIRPKE

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