Gratulation, Kapitän: Johannes Golla macht gegen Tunesien sein 100. Länderspiel.
Entnervte auch Tunesien: David Späth. © IMAGO
Oslo – Beflügelt von ihrem Medaillentraum und mit einer guten Nachricht im Gepäck brachen Deutschlands Handballer zum Finalrundenspielort nach Oslo auf. „Heute steigt jeder mit einem Lächeln in den Bus“, sagte Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton bei der Abreise aus Silkeborg am Sonntag. Am Tag nach der Torshow gegen Tunesien blieb der Platz von Juri Knorr zwar leer. Doch der erkrankte Spielmacher, der das Wochenende aufgrund von Untersuchungen in Deutschland verbrachte, wird dem Team im WM-Viertelfinale gegen Portugal wohl wieder zur Verfügung stehen. „Wir gehen davon aus, dass wir am Mittwoch wieder vollzählig sind“, sagte Chatton. Auch Alfred Gislason gab vorsichtig Entwarnung, Knorr gehe es „erheblich besser“.
Lust auf die Jagd nach der ersten deutschen WM-Medaille seit 18 Jahren versprühte auch Torhüter David Späth. Nach zwei Wochen in Dänemark sei der Tapetenwechsel „cool. Es ist schön, etwas Neues zu sehen.“ Nach seinen 21 Paraden beim 31:19 gegen Tunesien wäre der Keeper am liebsten direkt zum Viertelfinale gegen (Portugal angetreten.
„Das ist eine sehr interessante Mannschaft, die bisher ein sehr gutes Turnier gespielt haben. Die sind richtig gut in Abwehr und Angriff“, sagte Coach Gislason. „Wir haben Respekt vor jedem Gegner“, sagte auch Späth, „aber wissen auch, was wir können“. Kapitän Johannes Golla beschrieb die Portugiesen als eine Mannschaft, „die komplett im Flow ist. Aber wir freuen uns auf die Herausforderung.“
Mit an Bord nahm die DHB-Auswahl am Sonntag ganz viel frische Energie. Weil Späth und die deutsche Abwehr beim Hauptrundenabschluss am Samstagabend von Anfang an einen richtig guten Job machten, konnte das DHB-Team wertvolle Kräfte schonen. So mussten Vielspieler wie Golla, die Rückraumspieler Uscins und Julian Köster sowie Stammkeeper Andreas Wolff am Samstag überhaupt nicht eingreifen. „Das wird mit Blick auf das Viertelfinale wichtig sein“, sagte Renars Uscins. Auch Golla betonte: „Der Körper hat sich sehr gefreut.“
Positiver Nebeneffekt der Verschnaufpause für etliche DHB-Stars ist, dass die vermeintliche zweite Reihe endgültig ins Turnier fand. Allen voran Marko Grgic, der gegen Tunesien elf Treffer markierte. „Falls jemand im Viertelfinale mal ein paar Minuten Pause braucht, brauchen die Trainer keine Angst haben, auf die Bank zu schauen und jemanden einzuwechseln“, sagte der Rückraumriese.
Grgic gab an, mit einem „sehr guten Gefühl“ in den Flieger zu steigen: „Mit fünf Siegen aus sechs Spielen kann man sehr gut in die K.o.-Runde starten. Ich denke, dass wir sehr, sehr heiß sein werden fürs Viertelfinale.“
Dann könnte das deutsche Team womöglich wieder komplett sein. Im Gegensatz zu Sorgenkind Knorr reisten die ebenfalls erkälteten Rune Dahmke und Lukas Stutzke mit der Mannschaft nach Oslo. „Es sieht eigentlich ganz gut aus bei allen dreien“, sagte Gislason.
Späth berichtete von einem Telefonat mit seinem besten Kumpel Knorr. „Ihm geht es langsam besser“, sagte der Keeper: „Aber das Wichtigste ist, dass er komplett fit ist. Die Gesundheit steht über allem.“
SID