Dabei, aber nicht mittendrin: Tel saß zuletzt drei Mal draußen. Also: Nur aufwärmen – dann duschen. © IMAGO
Stammplatz Bank: Tel würde gerne spielen, darf aber nicht. Dennoch will er sich bei Bayern behaupten. © IMAGO
Warm einpacken! Reservespieler Tel in seiner Spieltags-Klamotte. Trikot wäre ihm lieber. © IMAGO
München – In Torhüter Jonas Urbig und Mittelfeldspieler Tom Bischof verpflichtete der FC Bayern in den vergangenen Tagen zwei Talente für die Zukunft. Aber wie groß ist die Chance wirklich auf den Durchbruch für junge Spieler im Starensemble des deutschen Rekordmeisters? Die aktuelle Situation von Mathys Tel ist jedenfalls ein abschreckendes Beispiel.
Nur drei Mal stellte Vincent Kompany Tel in dieser Saison in die Startelf. Auf seinen 45-Minuten-Einsatz beim 5:1 Mitte Januar gegen Hoffenheim, bei dem ihm ein Assist gelang, schmorrte er dreimal in Serie nur auf der Ersatzbank. Tels Offensivkollegen um Thomas Müller kamen alle zum Zug. Nur logisch, dass die Spekulationen um einen Abgang Tels immer lauter werden. Vor allem der FC Chelsea zeigt großes Interesse am jungen Franzosen. Laurence Stewart, der Sportdirektor der Londoner, ist ein großer Fan des U21-Nationalspielers. Weil Eberl parallel an Chelseas Christopher Nkunku, den er aus Leipzig kennt, baggert, ist ein Tauschgeschäft im Gespräch.
„Das klare Ziel von allen Beteiligten ist, dass Mathys bei uns den Durchbruch schafft“, erklärte Sportdirektor Christoph Freund am 14. Januar. Auch Tel liebt nach wie vor den FC Bayern. Trotzdem wirkt es so, als ob der Rekordmeister keinen wirklichen Plan und auch keine feste Position für seine Entwicklung hat. Ein Gespräch ist für diese Woche geplant.
Fakt ist: Die Münchner müssen ihren vielversprechenden Worten künftig auch Taten folgen lassen, um Tel halten zu können. Ein plötzlicher Startelf-Einsatz am Mittwoch (21 Uhr) in der Champions League gegen Slovan Bratislava hat keinen Einfluss an seiner Entscheidung. Das Wichtigste für seine Entwicklung ist regelmäßige Spielzeit und Vertrauen. Beim chaotischen FC Chelsea wäre die Situation für Tel wohl nicht besser, weshalb ein Wechsel zum Premier-League-Club nach Informationen unserer Zeitung momentan kein Thema ist. Trotzdem muss Bayern aufpassen, um ihn nicht zu vergraulen. Denn namhafte Interessenten gibt es genug.
P. KESSLER, V. TSCHIRPKE, H. RAIF